Bahn-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Sanierungsplan
Programm „S3“ soll Pünktlichkeit steigern und finanzielle Stabilität sichern

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat die umfassenden Sanierungspläne des Unternehmens genehmigt. Im Rahmen des Programms „S3“, das bis 2027 umgesetzt werden soll, will der bundeseigene Konzern grundlegende Verbesserungen in der Infrastruktur, der betrieblichen Organisation und der finanziellen Lage erzielen. Diese Maßnahmen sollen eine Wende in der bislang problembehafteten Entwicklung der Bahn einleiten, wie das Unternehmen mitteilte. Der Aufsichtsrat plant, die Fortschritte anhand klar definierter Kennzahlen engmaschig zu überwachen.
Das Programm sieht ambitionierte Ziele vor, insbesondere eine Verbesserung der Pünktlichkeit im Fernverkehr. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wird angestrebt, eine Pünktlichkeitsquote von 75 bis 80 Prozent zu erreichen. Dies wäre eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den 64 Prozent, die im Jahr 2023 erreicht wurden. Parallel dazu sollen die wirtschaftlichen Herausforderungen des Unternehmens durch Kostensenkungen bewältigt werden. Geplant ist unter anderem eine Reduktion des Personalbedarfs um 30.000 Stellen, was bereits in der Halbjahresbilanz der Bahn angekündigt wurde.
Trotz verbleibender Unsicherheiten in der Finanzierung hat der Aufsichtsrat alle bis 2027 geplanten Generalsanierungen genehmigt. Der Fokus liegt hierbei auf der Erhaltung des Streckennetzes, insbesondere auf der Sanierung stark belasteter Korridore. Diese Arbeiten sollen auf Grundlage der bestehenden Vereinbarungen mit der Bundesregierung im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung des Bundes weitergeführt werden. Ein wichtiger Schritt wurde bereits durch den Bundestag unternommen, der Mittel aus dem geänderten Bundesschienenwegeausbaugesetz freigegeben hat. So steht eine Summe von 2,36 Milliarden Euro für die Sanierung bereit, darunter für die mehrmonatige Überarbeitung der Strecke Hamburg-Berlin, die ab August 2025 beginnen soll.
Die Bahn betont die Notwendigkeit einer langfristigen finanziellen Absicherung für Sanierungen, Neubauten und Digitalisierungsprojekte über die Jahre 2025 und 2026 hinaus. Bis 2030 sollen insgesamt 41 besonders belastete Strecken einer grundlegenden Modernisierung unterzogen werden, um die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Schienenverkehrs zu erhöhen. Ein erster Erfolg wurde bereits mit der Fertigstellung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim erzielt. Die Strecke wurde kürzlich saniert und stellt einen Meilenstein in den Bemühungen dar, den Betrieb nachhaltig zu verbessern.
