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Bafin stoppt Kreditvergabe der Raiffeisenbank Hochtaunus

Finanzaufsicht reagiert auf riskante Immobiliengeschäfte und sektorweite Kritik

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Bafin stoppt Kreditvergabe der Raiffeisenbank Hochtaunus

Die Finanzaufsicht Bafin hat gegen die Raiffeisenbank Hochtaunus ein Kreditverbot verhängt. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bad Homburg ist bundesweit in der gewerblichen Immobilienfinanzierung tätig und unterscheidet sich damit von anderen Volks- und Raiffeisenbanken, die in der Regel stärker regional orientiert sind. Die Bank selbst kommentierte die Entscheidung der Bafin nicht und verwies darauf, dass sie bereits seit Mai des vergangenen Jahres keine neuen Immobilienkredite mehr vergebe. Dies sei Teil eines laufenden Strategieprozesses, durch den das Kreditportfolio nicht weiter ausgeweitet worden sei.

Die Bafin äußerte sich nicht zu der Maßnahme. Zuerst hatte der Branchendienst „Finanzbusiness“ über das Kreditverbot berichtet. Innerhalb des genossenschaftlichen Sektors gibt es schon länger Kritik an der Raiffeisenbank Hochtaunus. Das Geldhaus hat in den vergangenen Jahren sein Geschäft stark ausgebaut und sich vor allem auf gewerbliche Immobiliendarlehen konzentriert. Im Jahr 2023 machten diese Kredite rund 90 Prozent des gesamten Portfolios aus. Während der Immobilienboom dem Unternehmen hohe Einnahmen brachte, musste es im selben Jahr erhebliche Wertberichtigungen vornehmen, was die Gewinne schmälerte.

Zusätzlich sorgt die Geschäftspolitik der Bank für Unmut unter anderen Genossenschaftsbanken. Die Raiffeisenbank Hochtaunus sammelte mit vergleichsweise hohen Zinsen bundesweit Einlagen und bot zwischenzeitlich Mitgliedsanteile von bis zu 50.000 Euro an. Inzwischen wurde diese Summe auf 5000 Euro reduziert. In der genossenschaftlichen Finanzwelt gilt ein solches Vorgehen als problematisch, da es die Stabilität des gesamten Sektors beeinflussen kann. Sollte die Bank in Schwierigkeiten geraten, wäre sie durch die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) abgesichert, die nicht nur Kundeneinlagen schützt, sondern auch existenzbedrohende Krisen einzelner Banken abfedert.

Für das Jahr 2024 liegen noch keine aktuellen Geschäftszahlen vor, doch die Bank geht davon aus, dass weitere Wertberichtigungen bei Immobilienfinanzierungen erforderlich sein werden. Parallel dazu gibt es Überlegungen über eine mögliche Fusion mit einer anderen Genossenschaftsbank. Insidern zufolge wird die Volksbank Mittelhessen als potenzieller Partner gehandelt. Eine Fusion wäre mit umfangreichen Absicherungen durch die Sicherungseinrichtung des BVR verbunden. In den vergangenen Jahren gab es mehrere spektakuläre Sanierungsfälle im genossenschaftlichen Bankensektor, bei denen hohe Risiken abgeschirmt werden mussten. Auch die Volksbank Düsseldorf Neuss geriet durch mangelnde Geldwäschekontrollen und einen Betrugsfall in Höhe von 100 Millionen Euro in die Schlagzeilen.

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