Bafin rügt Clearstream erneut
Prüfung deckt Schwachstellen in Wertpapier- und Risikomanagement auf

Die Finanzaufsicht Bafin hat erneut den Wertpapier-Verwahrer Clearstream Banking AG, eine Tochter der Deutschen Börse, ins Visier genommen. Clearstream müsse sicherstellen, dass die Anforderungen der Vorschriften für Wertpapierlieferungen und Abrechnungen in der EU sowie für Zentralverwahrer eingehalten werden, so die Aufseher am Mittwoch. Eine Sonderprüfung habe ergeben, dass das Unternehmen nicht alle Vorgaben in den untersuchten Bereichen erfülle, und die Gesellschaft müsse die Schwachstellen beseitigen. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Bafin Mängel bei Töchtern der Deutschen Börse aufzeigt.
Zentralverwahrer hätten laut Bafin die Pflicht, klare Regelungen und Kontrollen im Auslagerungs- und Risikomanagement zu besitzen. Diese Vorschriften gelten auch für die Sicherstellung der Integrität des Wertpapierhandels sowie für Zentralverwahrer-Verbindungen. Die Clearstream Banking AG habe diese Anforderungen zum Teil nicht erfüllt. Die Geschäftsorganisation der Gesellschaft sei jedoch insgesamt weiterhin ordnungsgemäß. Diese Bewertung der Bafin stellt die Anforderungen an die zentralen Aufgaben von Clearstream infrage, insbesondere im Bereich der Sicherstellung und Verwaltung von Wertpapieren.
Auf Anfrage erklärte Clearstream, dass das Ergebnis der Prüfung lediglich geringe Schwachstellen aufgezeigt habe, in denen die Anforderungen in den geprüften Bereichen nicht vollumfänglich gegeben gewesen seien. Die Prüfung sei daher zu dem Schluss gekommen, dass die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation bei Clearstream zu jeder Zeit gegeben gewesen sei. Unmittelbar nach Abschluss der Prüfung seien Maßnahmen eingeleitet worden, um die internen Prozesse zu stärken. Die weiteren Schwachstellen würden zeitnah vollständig behoben werden.
Diese erneute Rüge der Bafin zeigt die kontinuierliche Überwachung und die strengen Anforderungen, denen sich Finanzinstitute wie Clearstream unterziehen müssen. Die Verpflichtung zur Einhaltung der EU-Vorschriften und die Notwendigkeit eines robusten Risikomanagements sind entscheidend für das Vertrauen in den Wertpapierhandel. Clearstream muss nun nachweisen, dass die identifizierten Mängel vollständig behoben werden, um den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Maßnahmen sind unerlässlich, um die Integrität und Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten.
