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Avis Budget Aktie: Kurscrash erinnert Wall Street an GameStop

Die Aktie von Avis Budget Group stieg auf fast 850 Dollar, brach dann um 38% ein – mit GameStop-ähnlichen Zügen.

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Avis Budget Aktie: Kurscrash erinnert Wall Street an GameStop

Die Aktie der Avis Budget Group (Ticker: „CAR") erlebt derzeit extreme Kursschwankungen, die Händler an der Wall Street an die berüchtigte GameStop-Saga vor fünf Jahren erinnern. Innerhalb weniger Wochen kletterte das Papier von unter 100 Dollar auf ein Rekordhoch von nahezu 850 Dollar im frühen Mittwochshandel – nur um noch am selben Tag eine dramatische Kehrtwende zu vollziehen. Am Ende des Handelstages stand ein Minus von 38 Prozent, und im vorbörslichen Handel am Donnerstag verlor die Aktie weitere 6 Prozent. Zuletzt notierten die Anteile bei rund 417 Dollar.

Das Handelsvolumen und die Volatilität erreichten dabei außergewöhnliche Ausmaße. Am Mittwoch wurden über 200.000 Optionskontrakte auf die Avis-Aktie gehandelt. Die implizite Volatilität schoss auf 235 Prozent – ein drastischer Kontrast zu den rund 20 Prozent beim breiten S&P 500. Solche Werte signalisieren, dass der Markt mit weiteren heftigen Kursbewegungen rechnet.

Broker erhöhen Margin-Anforderungen

Die extreme Volatilität blieb nicht ohne Konsequenzen für den Handel selbst. Quellen bei Charles Schwab zufolge wurden die Margin-Anforderungen für die Avis-Aktie bereits am 9. April angepasst. Am Dienstag erfolgten zwar keine weiteren Erhöhungen, doch Händler mit konzentrierten Positionen in CAR müssen nun eine Margin von 100 Prozent hinterlegen. Das bedeutet: Der Handel mit der Aktie muss vollständig auf Cash-Basis erfolgen – Kreditfinanzierung ist nicht mehr möglich.

Spekulationen über mögliche Handelseinschränkungen durch Broker kursierten am Markt, da die Volatilität so hoch war. Dies erinnert stark an die GameStop-Ereignisse von 2021, als mehrere Broker-Dealer die Sicherheitsleistungen für den Handel mit der Videospielkette drastisch erhöhten oder den Handel zeitweise sogar einschränkten.

Geringer Streubesitz verstärkt die Kursbewegungen

Ein wesentlicher Faktor, der die Kursschwankungen bei Avis Budget zusätzlich verstärkt, ist die Aktionärsstruktur des Unternehmens. Insgesamt gibt es lediglich 36 Millionen ausstehende Aktien. Zwei Großaktionäre – Pentwater Capital Management und SRS Investment Management – kontrollieren dabei einen erheblichen Anteil, sodass der tatsächlich frei handelbare Streubesitz deutlich geringer ausfällt.

In den vergangenen zwei Handelstagen wurden dennoch über 10 Millionen Avis-Aktien umgesetzt. Gemessen an der Gesamtzahl der ausstehenden Aktien entspricht das einem enormen Umsatz, der die Kursbewegungen weiter anheizt. Ein geringer Streubesitz in Kombination mit hohem Handelsvolumen ist ein klassisches Merkmal von sogenannten „Short Squeezes" oder spekulativen Kursrallyes, wie sie auch bei GameStop zu beobachten waren.

Die Parallelen zur GameStop-Saga sind für viele Marktteilnehmer unübersehbar. Damals trieben Privatanleger, koordiniert über Social-Media-Plattformen, die Aktie des angeschlagenen Videospielhändlers in schwindelerregende Höhen und zwangen institutionelle Leerverkäufer zu massiven Verlusten. Ob bei Avis Budget ähnliche Kräfte am Werk sind, bleibt abzuwarten – die Marktdaten sprechen jedoch eine deutliche Sprache.

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