Avelo Airlines beendet Abschiebeflüge und schließt Drehkreuz
Die US-Billigfluggesellschaft Avelo Airlines stellt ihre umstrittenen Abschiebeflüge für die amerikanische Einwanderungsbehörde ein. Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung inmitten wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen.

Avelo Airlines zieht sich aus dem kontroversen Geschäft mit Abschiebeflügen zurück. Die in Houston ansässige Billigfluggesellschaft kündigte an, keine Charterflüge mehr für die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) durchzuführen. Diese Entscheidung erfolgt im Rahmen einer grundlegenden Neuausrichtung des Geschäftsmodells.
Wirtschaftlicher Druck auf Billigflieger
Das erst wenige Jahre alte Startup kämpft wie viele andere Low-Cost-Carrier mit steigenden Betriebskosten und schwankender Passagiernachfrage. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für Billigfluggesellschaften in den USA deutlich verschlechtert. Steigende Treibstoffpreise und Personalkosten setzen den Margen zu.
Monatelange Proteste gegen Abschiebeflüge
Die Durchführung von Abschiebeflügen hatte Avelo zunehmend unter Druck gesetzt. Aktivistengruppen organisierten über Monate hinweg Proteste an verschiedenen Standorten, die das Unternehmen anfliegt. Besonders betroffen war der Tweed New Haven Airport in Connecticut, wo sich regelmäßig Demonstranten versammelten.
Auch innerhalb des Unternehmens wuchs die Kritik. Eigene Mitarbeiter äußerten Bedenken gegen die Abschiebeflüge. Zudem geriet Avelo ins Visier lokaler Regierungsvertreter, die das Engagement der Airline für die Einwanderungsbehörde kritisierten.
Schließung des Arizona-Drehkreuzes
Als direkte Konsequenz wird Avelo seinen Betrieb am Mesa Gateway Airport in Arizona zum 27. Januar einstellen. Der Flughafen diente als zentrale Drehscheibe für die Charterung der Abschiebeflüge. Die Schließung markiert einen deutlichen strategischen Kurswechsel für die junge Fluggesellschaft.
Schwieriges Marktumfeld für Startups
Der Rückzug von Avelo zeigt exemplarisch die Herausforderungen, denen neue Fluggesellschaften in den USA gegenüberstehen. Der intensive Wettbewerb, hohe Fixkosten und die Notwendigkeit, schnell Marktanteile zu gewinnen, machen es Startups im Luftfahrtsektor besonders schwer. Die Kombination aus wirtschaftlichem Druck und öffentlicher Kritik zwang Avelo nun zum Handeln.
