Autozulieferer warnen vor Produktionsausfällen durch China
Exportregeln für Seltene Erden gefährden Herstellung wichtiger Fahrzeugkomponenten

Ein Zusammenschluss von US-amerikanischen Autozulieferern hat angesichts der chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden, Mineralien und Magnete dringenden Handlungsbedarf angemahnt. Die Industrievertreter warnten, dass die aktuellen Maßnahmen Chinas kurzfristig die Produktion von Autoteilen erheblich beeinträchtigen könnten. Seit Anfang April gelten in China verschärfte Ausfuhrregelungen, wonach Unternehmen für den Export dieser Rohstoffe spezielle Lizenzen in Peking beantragen müssen. China kontrolliert über 90 Prozent der weltweiten Verarbeitungskapazitäten für Seltene Erden, die in zahlreichen Produkten von Autos bis hin zu Haushaltsgeräten zum Einsatz kommen.
Die Vehicle Suppliers Association MEMA erklärte gegenüber Reuters, dass die Unternehmen derzeit mit „ernsten, unmittelbaren Risiken“ in ihren Lieferketten konfrontiert seien. Die Lage sei weiterhin ungelöst und die Besorgnis in der Branche entsprechend groß. Ohne sofortige und entschlossene Maßnahmen drohten weitreichende Störungen sowie wirtschaftliche Folgen für den gesamten Zulieferersektor. Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.
Bereits am 9. Mai hatten MEMA und weitere Branchenvertreter, darunter der Verband der Automobilhersteller Alliance for Automotive Innovation, in einem gemeinsamen Schreiben an die damalige Trump-Regierung auf die Problematik hingewiesen. Zu den Unterzeichnern gehörten Vertreter großer Autohersteller wie General Motors, Toyota, Volkswagen und Hyundai. In dem Schreiben wurde betont, dass eine verlässliche Versorgung mit den betroffenen Materialien für die Produktion zentraler Fahrzeugkomponenten unerlässlich sei. Dazu zählen unter anderem Automatikgetriebe, Drosselklappen, Lichtmaschinen, Motoren, Sensoren, Sicherheitsgurte, Lautsprecher, Beleuchtungssysteme, Servolenkungen und Kameras.
Im April hatte sich das Volumen der aus China exportierten Seltenerdmagnete halbiert. Grund dafür sei laut Branchenvertretern der unklare und mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbundene Antragsprozess für Exportgenehmigungen, der teils mehrere hundert Seiten an Dokumenten erfordere. Der frühere US-Präsident Donald Trump warf China zuletzt in einem Beitrag in sozialen Medien vor, gegen eine im Mai erzielte Vereinbarung zur beiderseitigen Rücknahme von Handelszöllen und anderen Maßnahmen verstoßen zu haben.
Bereits spürbare Auswirkungen zeigen sich in der amerikanischen Autoindustrie. So stellte Ford die Produktion des SUV-Modells Explorer im Mai für eine Woche in seinem Werk in Chicago ein. Der Hersteller nannte Engpässe bei der Versorgung mit Seltenerdmaterialien als Ursache für den Produktionsstopp.
