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Autolobby warnt vor Scheitern des Verbrenner-Verbots

Hersteller fordern flexiblere Klimavorgaben und mehr Spielraum für alternative Technologien

2 Min
Autolobby warnt vor Scheitern des Verbrenner-Verbots

Europas Autoindustrie stellt sich zunehmend gegen das von der Europäischen Union geplante Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035. Der Verband der europäischen Automobilhersteller (Acea) hält die bestehenden Klimaziele für nicht mehr erreichbar. Generaldirektorin Sigrid De Vries erklärte in Brüssel, die Vorgaben für 2030 und 2035 seien angesichts der aktuellen Marktlage und Produktionsbedingungen unrealistisch. Die Branche fordere daher, die politischen Rahmenbedingungen zu überarbeiten und mehr technologische Offenheit zuzulassen.

In einem etwa 20 Seiten umfassenden Positionspapier spricht sich die Acea dafür aus, die bestehenden EU-Klimavorgaben deutlich zu lockern. Besonders betont wird dabei, dass sogenannte Plug-in-Hybride und synthetische Kraftstoffe, also E-Fuels, stärker berücksichtigt werden sollten. Diese Technologien könnten laut Verband einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie mit erneuerbaren Energien betrieben würden. Der Verband plädiert deshalb für eine flexiblere Regelung, die verschiedene Antriebstechnologien nebeneinander zulässt, anstatt sich ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge zu konzentrieren.

Kritik an diesem Vorstoß kommt von Umweltorganisationen wie Transport & Environment (T&E). Deren Geschäftsführer in Deutschland, Sebastian Bock, wirft der Industrie vor, die Klimaschutzpolitik „in einen Schweizer Käse verwandeln“ zu wollen. Nach seiner Einschätzung gehe es der Branche nicht um langfristige Nachhaltigkeit, sondern um kurzfristige Gewinninteressen. Eine Aufweichung der Vorgaben könne zwar kurzfristig die Bilanzen verbessern, langfristig aber die Wettbewerbsfähigkeit Europas schwächen.

Nach Berechnungen von T&E würden die von der Acea vorgeschlagenen Änderungen dazu führen, dass der Anteil von Elektroautos am europäischen Neuwagenmarkt bis 2035 um etwa ein Viertel sinkt. Statt des bislang angestrebten nahezu vollständigen Umstiegs auf Elektromobilität wäre demnach nur ein Anteil von rund 52 Prozent an E-Autos erforderlich. Die Acea weist diese Berechnung zurück und bezeichnet sie als verfrüht.

Die Diskussion fällt in eine Phase, in der die europäischen Hersteller gegenüber der Konkurrenz aus China und den USA unter Druck stehen. Während dort die Elektromobilität stark wächst, bleiben die Absatzzahlen in Europa hinter den Erwartungen zurück. Die EU hatte das sogenannte Verbrenner-Aus im Jahr 2022 beschlossen. Ab 2035 sollen Neuwagen im Betrieb kein CO₂ mehr ausstoßen dürfen, was de facto das Ende des klassischen Verbrennungsmotors bedeutet. Die EU-Kommission will die bestehenden Ziele noch in diesem Jahr überprüfen und voraussichtlich bis Jahresende einen Änderungsvorschlag vorlegen.

DeutschlandAutoindustrieVerbrennungsmotor

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