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Autoindustrie in der Krise: Tausende Stellen gestrichen

Hohe Kosten, schwache Nachfrage und Elektromobilität setzen Unternehmen unter Druck

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Autoindustrie in der Krise: Tausende Stellen gestrichen

In der deutschen Automobilindustrie sind im vergangenen Jahr rund 19.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY hervor, das aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts und der Agentur für Arbeit ausgewertet hat. Ende 2024 waren noch etwa 761.000 Menschen in der Branche beschäftigt, womit der niedrigste Stand seit 2013 erreicht wurde. Im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei rund 780.000, während 2018 etwa 834.000 Stellen in der Industrie verzeichnet wurden.

Laut EY-Experten befindet sich die Automobilbranche in einer tiefgreifenden Krise. Als Gründe werden eine schwache Nachfrage infolge der anhaltenden Konjunkturkrise, hohe Kosten sowie das parallele Bestehen von Verbrenner- und Elektroantriebstechnologien genannt. Besonders Investitionen in die Elektromobilität hätten erhebliche finanzielle Mittel gebunden, ohne die erhofften Markterfolge zu erzielen. Zusätzlich belastet die Branche der Einbruch des chinesischen Absatzmarktes, der in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle für deutsche Hersteller gespielt hat.

Die Berater von EY gehen davon aus, dass der Druck auf die Unternehmen weiter zunehmen wird. Autohersteller und Zulieferer stehen vor der Herausforderung, ihre Kosten deutlich zu senken, um ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Laut Branchenexperte Constantin Gall ist damit zu rechnen, dass der Stellenabbau in den kommenden Jahren weiter voranschreiten wird. Produktionsverlagerungen in die USA oder nach China seien angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen nicht auszuschließen. Sollte es zu einer solchen Entwicklung kommen, könnte sich der Arbeitsplatzabbau in Deutschland nochmals beschleunigen.

Auch für die Zulieferindustrie sieht die Prognose düster aus. Viele Unternehmen kämpfen mit sinkenden Margen, insbesondere durch den stockenden Hochlauf der Elektromobilität. Bereits jetzt haben zahlreiche bekannte Hersteller und Zulieferer Sparprogramme angekündigt. Große Unternehmen wie Mercedes-Benz, Porsche, die Volkswagen-Kernmarke VW sowie Zulieferer wie Bosch, ZF, Schaeffler oder Continental planen in den kommenden Jahren erhebliche Personalanpassungen.

Die Umsätze der deutschen Autoindustrie gingen 2024 um fünf Prozent zurück, nachdem sie in den drei Jahren zuvor kontinuierlich gewachsen waren. Im vergangenen Jahr belief sich der Gesamtumsatz auf 536 Milliarden Euro. Branchenkenner betonen, dass reine Kostensenkungsmaßnahmen nicht ausreichen werden, um die derzeitige Krise zu überwinden. Die Unternehmen müssten ihre strategische Ausrichtung überdenken und neue Wege finden, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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