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Autohändler kämpfen mit hohen Rabatten um Kunden

Schwache Konjunktur und gestiegene Preise belasten die Automobilbranche schwer

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Autohändler kämpfen mit hohen Rabatten um Kunden

Deutsche Autohändler versuchen derzeit mit extremen Sonderaktionen, Kunden zu gewinnen. Die Brass-Gruppe bietet beispielsweise den kompakten Skoda-SUV Kamiq für gewerbliche Kunden zu einer monatlichen Leasingrate von nur 15 Euro bei einer jährlichen Laufleistung von 10.000 Kilometern an. Privatkunden werden mit einem Angebot für die Arona-Baureihe der Skoda-Schwestermarke Seat zu einer monatlichen Leasingrate von 49 Euro gelockt. Laut Helena Wisbert, Direktorin am Center Automotive Research (CAR), handelt es sich hierbei um Lockangebote, die den Händlern keinen Gewinn einbringen. Ziel ist es, potenzielle Kunden anzuziehen, um ihnen letztlich teurere Fahrzeuge zu verkaufen.

Der Automarkt erholt sich langsamer als erhofft, was die Branche stark unter Druck setzt. Wisbert beobachtet aktuell „rekordhohe Rabatte“ bei Verbrennern von durchschnittlich 16,7 Prozent, während Elektroautos mit durchschnittlich elf Prozent weniger stark reduziert sind. Trotz dieser Nachlässe bleibt die Skepsis der Verbraucher gegenüber Elektrofahrzeugen groß. Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, prognostiziert für die kommenden Jahre maximal drei Millionen verkaufte Neuwagen pro Jahr. Dies liegt deutlich unter den 3,6 Millionen neu zugelassenen Pkw im Jahr 2019.

Auch Benjamin Kibies, Senior Automotive Analyst bei Dataforce, erwartet, dass drei Millionen verkaufte Einheiten pro Jahr das neue Normal in der Industrie darstellen. Zusätzliche Absatzvolumina wie in früheren Jahren seien in naher Zukunft „völlig utopisch“. Auch in anderen europäischen Märkten sowie in China ist die Lage ähnlich angespannt.

Die großen Autokonzerne wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW verzeichneten im ersten Halbjahr sinkende Verkaufszahlen. Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA), betont den hohen Druck, der auf den Händlern lastet, um konkurrenzfähige Nachlässe zu gewähren. Die Margen sind im vergangenen Jahr von durchschnittlich 1,9 auf 1,7 Prozent gesunken. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland, geprägt von hoher Inflation und hohen Zinsen, belastet den Autohandel zusätzlich. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen können sich kein neues Auto leisten.

Die Preise für Neuwagen sind seit 2019 um gut ein Drittel gestiegen. Laut dem ADAC sind die Preise für Kleinwagen mit Verbrennungsmotoren besonders stark gestiegen. Diese Entwicklung führt zu einer schrumpfenden Modellvielfalt im Kleinwagensegment. Die Fahrzeugpreise werden voraussichtlich nicht sinken, da regulatorische Anforderungen und neue Abgasnormen wie Euro-7 die Kosten weiter in die Höhe treiben.

Kurzfristig sind keine preiswerten Elektroautos in Sicht. Im Schnitt sind Elektrofahrzeuge etwa 15.000 Euro teurer als Verbrenner. Die Verkäufe von Elektroautos sind in Deutschland im ersten Halbjahr 2024 um fast 17 Prozent eingebrochen. Global wächst das Geschäft mit Stromern, jedoch mit sinkenden Zuwachsraten. Viele Verbraucher warten auf die nächste Generation von Batterien, die die Kosten erheblich senken könnten.

Michael Ziegler weist darauf hin, dass das Durchschnittsalter der Fahrzeuge steigt, da viele ihr bestehendes Auto weiterfahren. Diese Entwicklung könnte zu einer Ausdünnung des Händlernetzes führen. Bis 2030 wird die Anzahl der Autohausunternehmen voraussichtlich um 27 Prozent schrumpfen. Laut CAR-Direktorin Helena Wisbert wird es eine Konsolidierung bei den Händlerbetrieben geben, die zunehmend auch chinesische Marken vertreiben.

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