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Australische Kerninflation verfehlt Prognosen im zweiten Quartal 2024

Die Kerninflation in Australien blieb im Juniquartal unter den Erwartungen – der Druck für weitere Zinserhöhungen sinkt spürbar.

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Australische Kerninflation verfehlt Prognosen im zweiten Quartal 2024

Die australische Inflation hat sich im zweiten Quartal 2024 leicht abgekühlt. Sinkende Treibstoffkosten und eine schwächer als erwartete Kerninflation sorgen dafür, dass der Druck auf die Reserve Bank of Australia (RBA), die Zinsen weiter anzuheben, deutlich nachlässt.

Laut Daten des australischen Statistikamtes, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, stieg der Verbraucherpreisindex (CPI) im Juniquartal um lediglich 0,6 Prozent. Im Vorquartal hatte der Anstieg noch 1,4 Prozent betragen – ein deutlicher Rückgang. Die jährliche Inflationsrate verlangsamte sich von 4,1 Prozent auf 4,0 Prozent.

Besonders auffällig war die Entwicklung im Monatsvergleich: Allein im Juni sank der monatliche CPI um 0,1 Prozent, was die jährliche Rate auf 3,8 Prozent drückte. Dieser Rückgang unterstreicht, dass sich die Preisdynamik in Australien zunehmend abschwächt.

Kerninflation bleibt unter den Erwartungen

Das für die Geldpolitik besonders relevante Maß der Kerninflation – der sogenannte getrimmte Mittelwert – stieg im Quartal um 0,8 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld einen Anstieg von 0,9 Prozent erwartet. Damit blieb die Kerninflation knapp, aber klar unter den Prognosen.

Auf Jahresbasis beschleunigte sich die Kerninflationsrate zwar leicht von 3,5 Prozent auf 3,6 Prozent. Dennoch lag dieser Wert sowohl unter den Marktprognosen von 3,7 Prozent als auch unter der eigenen Schätzung der Reserve Bank of Australia von 3,8 Prozent. Für die australische Zentralbank ist dies ein wichtiges Signal.

Die RBA beobachtet die Kerninflation besonders genau, da sie kurzfristige Preisschwankungen – etwa bei Energie oder Lebensmitteln – herausfiltert und damit ein stabileres Bild der zugrunde liegenden Preisentwicklung liefert. Dass dieser Wert nun unter den eigenen Erwartungen der Zentralbank liegt, könnte die Diskussion über den weiteren Zinspfad in Australien maßgeblich beeinflussen.

Bedeutung für die Geldpolitik

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung in Australien aus mehreren Gründen relevant. Australien gilt als Frühindikator für globale Inflationstrends, da das Land stark von Rohstoffpreisen und dem asiatischen Wirtschaftsraum abhängt. Eine nachlassende Inflation in Australien kann als Signal für eine breitere globale Abkühlung des Preisdrucks gewertet werden.

Die Daten deuten darauf hin, dass der Höhepunkt des Zinserhöhungszyklus in Australien möglicherweise erreicht oder sogar überschritten ist. Sinkende Treibstoffkosten haben dabei eine wesentliche Rolle gespielt, da sie direkt auf den Gesamt-CPI einwirken und die Kaufkraft der Verbraucher entlasten.

Insgesamt zeichnen die aktuellen Zahlen ein Bild einer australischen Wirtschaft, in der die geldpolitischen Maßnahmen der vergangenen Monate zunehmend Wirkung zeigen. Ob die RBA auf dieser Grundlage eine Zinspause einlegt oder gar Zinssenkungen in Betracht zieht, bleibt abzuwarten – die Inflationsrate liegt mit 4,0 Prozent jährlich noch deutlich über dem Zielband der Zentralbank.

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