Audi senkt Prognose wegen US-Zöllen
Elektroplattform-Verzögerung und Restrukturierungskosten drücken Rendite

Der Autobauer Audi hat seine Gewinnprognose nach unten korrigiert. Das Unternehmen reagiert damit auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle und Verzögerungen bei der Entwicklung einer neuen Elektroplattform. Die operative Gewinnmarge soll im laufenden Jahr nun zwischen vier und sechs Prozent liegen, nachdem zuvor fünf bis sieben Prozent erwartet worden waren. Finanzchef Jürgen Rittersberger erklärte, die Anpassung sei eine Folge der aktuellen Marktlage und laufender strategischer Neuausrichtungen. Angaben zu langfristigen Renditezielen machte er nicht. Audi überprüfe derzeit seine ambitionierten Pläne im Rahmen der neuen Unternehmensstrategie.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist der Gewinn der Markengruppe Progressive, zu der neben Audi auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, um etwa ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Rendite sank auf 3,2 Prozent nach zuvor 4,5 Prozent. Die Hauptmarke Audi erreichte lediglich eine Rendite von 1,8 Prozent. Belastend wirkten sich dabei vor allem Restrukturierungskosten in Höhe von rund 300 Millionen Euro aus. Diese stehen im Zusammenhang mit dem im März angekündigten Abbau von 7500 Arbeitsplätzen. Zusätzlich mussten Rückstellungen für mögliche CO₂-Strafzahlungen gebildet werden, was das Ergebnis weiter beeinträchtigte.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang liegt in den US-Zöllen, die Audi bislang etwa 850 Millionen Euro kosteten. Dies entspricht einem negativen Einfluss von rund zwei Prozentpunkten auf die Rendite. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer Belastung von etwa 1,3 Milliarden Euro. Audi produziert derzeit keine Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten, sondern importiert aus Mexiko und Europa. Laut Rittersberger soll noch in diesem Jahr entschieden werden, ob künftig eine eigene Produktion in den USA aufgebaut wird, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Erschwerend kommt hinzu, dass Porsche Mitte September eine wesentliche Änderung seiner Elektrifizierungsstrategie vorgenommen hat. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller verschob die Einführung eines großen Elektro-SUV, das auf einer gemeinsam mit Audi entwickelten Plattform basieren sollte. Audi hatte diese Plattform für den elektrischen Nachfolger der Oberklasse-Limousine A8 eingeplant. Durch die Verzögerung muss der Ingolstädter Hersteller nun über alternative technische Grundlagen und Antriebskonzepte für das Modell entscheiden.
