ANZEIGE

Audi senkt Gewinnprognose für 2024

Hohe Umstrukturierungskosten und schwacher Elektroauto-Absatz belasten Jahresbilanz

2 Min
Audi senkt Gewinnprognose für 2024

Audi wird in diesem Jahr nicht mehr die angestrebte zweistellige Gewinnmarge erreichen. Der Premiumhersteller aus Ingolstadt hat seine Gewinnprognose für 2024 von ursprünglich bis zu zehn Prozent auf sechs bis maximal acht Prozent gesenkt. Diese Anpassung wurde mit der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal bekannt gegeben. Trotz einer Stabilisierung des Ergebnisses im Vergleich zum schwachen Jahresstart kann Audi die Jahresziele nicht mehr erreichen. Die operative Umsatzrendite von 8,8 Prozent im zweiten Quartal reicht nicht aus, insbesondere da der Gewinn von etwa 1,5 Milliarden Euro um mehr als fünf Prozent hinter dem Vorjahreswert zurückliegt.

Ein wesentlicher Grund für die gesenkten Ziele sind die hohen Kosten für die Umstrukturierung des Audi-Werks in Brüssel. Die Zukunft des Werks steht auf der Kippe, da die Produktion der dort gefertigten Elektromodelle möglicherweise vorzeitig eingestellt wird. Konkrete Details zu den zukünftigen Plänen für das Werk wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Im ersten Halbjahr ist Audis Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 3,2 Milliarden Euro gesenkt worden, und das operative Ergebnis fiel um 42 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Die Gewinnmarge von 6,4 Prozent liegt somit unter der des französischen Volumenherstellers Renault, dessen operative Gewinnmarge bei 8,1 Prozent liegt.

Audi verdankt die etwas bessere Bilanz in erster Linie den Tochterunternehmen Bentley und Lamborghini. Ohne diese Unterstützung hätte Audi selbst im ersten Halbjahr nur eine Gewinnmarge von 4,3 Prozent erzielt. Laut Finanzchef Jürgen Rittersberger befindet sich Audi weiterhin in einem „Übergangsjahr“. Er erwartet jedoch, dass neue Modelle, die schrittweise eingeführt werden, zu einer Verbesserung führen werden. Insbesondere große Hoffnungen liegen auf dem neuen Elektro-SUV Q6 e-tron, das aufgrund von Entwicklungsproblemen mit fast dreijähriger Verspätung auf den Markt kommen wird. Auch der neue Elektro-Oberklassewagen A6 e-tron sowie der Nachfolger des A4, der als A5 bezeichnet wird, sollen bald verfügbar sein.

Zusätzlich gibt es Verbesserungen bei der Versorgungslage mit V6- und V8-Motoren, was die Probleme zu Beginn des Jahres mildern soll. Audi erwartet, dass diese Entwicklungen zusammen mit dem erweiterten Modellportfolio in den Jahren 2024 und 2025, das sowohl vollelektrische Modelle als auch neue Verbrennungsmotoren umfasst, zu einem Anstieg bei Absatz und Umsatz führen werden.

AudiGewinneinbruch Finanzen

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer