ANZEIGE

Audi fordert Investitionen und Flexibilität in der Produktion

Betriebsrat fordert sichere Arbeitsplätze und mehr technische Anpassungen für deutsche Werke

2 Min
Audi fordert Investitionen und Flexibilität in der Produktion

Der Betriebsratschef von Audi, Jörg Schlagbauer, hat inmitten der laufenden Verhandlungen über Sparmaßnahmen mit dem Vorstand die Mindestforderungen der Belegschaft formuliert. Schlagbauer erklärte, dass eine Einigung nur dann zustande kommen könne, wenn die Beschäftigungssicherung über 2029 hinaus verlängert wird und der Vorstand erneut in die deutschen Werke investiert. Diese Forderungen wird er am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung in Ingolstadt vorstellen, zu der mehrere Tausend Audi-Beschäftigte sowie der Vorstand erwartet werden.

Die Audi-Werke in Ingolstadt und Neckarsulm kämpfen derzeit mit unzureichender Auftragslage. In diesem Zusammenhang fordert Schlagbauer, dass der strenge Elektrokurs von Audi-Chef Gernot Döllner aufgelockert wird. Der Betriebsrat verlangt „technische Flexibilität“ in der Produktion, um je nach Nachfrage Elektroautos, Plug-in-Hybride und Verbrenner herstellen zu können. Audi prüft derzeit, wie hoch die Kapazitäten für Verbrenner künftig ausfallen sollten. Unklar ist, wie hoch die Investitionen in die weitere Verbrenner-Produktion ausfallen werden.

Die Verhandlungen bei Audi wirken sich auch auf die Beschäftigten bei Volkswagen aus, die derzeit gegen den Sparkurs ihres Unternehmens kämpfen. Sollte Audi auf die Forderungen der Belegschaft eingehen, könnte dies den Druck auf das Volkswagen-Management erhöhen. Im Gegensatz zu Audi plant der Volkswagen-Vorstand keine neuen Investitionen in deutsche Werke und erwägt stattdessen Lohnkürzungen und die Schließung von Werken.

Audi sieht sich mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Die Gewinne der Premiumtochter von Volkswagen sind in diesem Jahr stark gesunken, was auch durch die milliardenschweren Abschreibungen für das Werk in Brüssel verstärkt wird. Audi hat in den ersten neun Monaten eine Gewinnmarge von lediglich 2,5 Prozent erzielt, was weit unter dem Branchendurchschnitt liegt. Aufgrund dieser schlechten Zahlen wurde das bereits 2019 eingeführte Sparprogramm verschärft. Im Rahmen der Maßnahmen werden alle Abteilungen auf mögliche Einsparungen überprüft.

Ein besonderer Fokus liegt auf der technischen Entwicklung bei Audi, die in letzter Zeit mit Pannen und Verzögerungen zu kämpfen hatte. Audi will die Eigenleistung in dieser Abteilung steigern, da aktuell viele Aufträge an externe Firmen vergeben werden. Der Vorstand hat bereits damit begonnen, neue Wege zu gehen und arbeitet unter anderem mit dem chinesischen Unternehmen Saic zusammen, um die Entwicklung von Elektromodellen voranzutreiben. Diese Zusammenarbeit soll helfen, die Entwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen und das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten.

Audi hat weiterhin Schwierigkeiten, die Werke in Deutschland auszulasten, was sich auch in den Produktionszahlen widerspiegelt. Besonders enttäuschend ist die niedrige Produktion des A8, eines wichtigen Modells für die Gewinnmargen des Unternehmens. Auch bei anderen Modellen wie dem A3 sind die Produktionszahlen rückläufig. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gespräche zwischen Betriebsrat und Vorstand weiterentwickeln und ob eine Einigung noch in diesem Jahr erzielt werden kann.

AudiMitarbeiterManagement InvestitionenElektrofahrzeugeAutoindustrie

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer