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AT&T-Aktie bricht um 8% ein: SpaceX plant Angriff auf US-Mobilfunkmarkt

Ein Bloomberg-Bericht über SpaceX' Mobilfunkpläne versetzt die AT&T-Aktie unter Druck – der Telekomriese wehrt sich mit soliden Zahlen.

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Die Aktien von AT&T fielen am Freitag um 8%, nachdem ein neuer Bericht die Befürchtungen der Anleger geschürt hatte, dass Space Exploration Technologies in den lukrativen US-Markt für drahtlose Kommunikation eindringen könnte. Auslöser war eine Meldung von Bloomberg, wonach SpaceX in Verhandlungen steht, um Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten in den gesamten USA zu erhalten. Diese Telekommunikationsinfrastruktur würde eine entscheidende Rolle im Plan von SpaceX-CEO Elon Musk spielen, einen formidable Konkurrenten für AT&T, Verizon und T-Mobile aufzubauen.

Für deutsche Anleger ist der Kursverfall ein Beispiel dafür, wie schnell disruptive Technologieunternehmen etablierte Branchenriesen unter Druck setzen können. Satellitenbasierte Mobilfunkdienste gelten seit Jahren als potenzielle Bedrohung für klassische Netzbetreiber – nun scheint SpaceX diesen Plan konkret voranzutreiben. Der Ausbau zu einem landesweiten Anbieter dürfte dabei nicht billig werden, doch die Marktreaktion zeigt, wie ernst Investoren die Ambitionen der US-Raumfahrtfirma nehmen.

Starlink Mobile wächst rasant

Während der Telefonkonferenz zur Berichterstattung über das dritte Quartal am 20. Oktober erklärte Chief Operating Officer Gwynne Shotwell, dass die monatlichen Nutzer von Starlink Mobile um 37% auf über 22 Millionen gestiegen sind. Das Satelliten-zu-Zellnetzwerk verbindet herkömmliche Smartphones direkt mit der Low-Earth-Orbit-Konstellation von SpaceX. Der Technologie-Riese aus dem Weltraum hat zudem kürzlich ein landesweites Portfolio an Spektrum-Lizenzen im unteren Frequenzbereich erworben – nach eigenen Angaben die Grundlage dafür, dass Starlink Mobile zu einem großen mobilen Anbieter in den USA wird.

„Wir werden unser terrestrisches Netz so ausbauen, dass eine flächendeckende Konnektivität überall dort besteht, wo SpaceX und Starlink operieren dürfen", sagte Musk. Solche Aussagen erklären, warum der Markt die etablierten Mobilfunker nervös bewertet.

AT&T wird nicht kampflos untergehen

SpaceX ist kein Gegner, den man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Der Aufbau eines weiteren landesweiten Mobilfunkanbieters wird jedoch nicht billig sein; die Kosten dürften im Bereich von mehreren zehn Milliarden US-Dollar liegen. Es wird auch Zeit kosten – möglicherweise länger, als der heutige Kursverfall bei den AT&T-Aktien nahelegt. Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis: Ein disruptives Szenario braucht Kapital und Geduld, während der etablierte Wettbewerber weiterhin Cashflow generiert.

In der Zwischenzeit gewinnt AT&T weiterhin neue Kunden. Der Telekommunikationskonzern verzeichnete im dritten Quartal 379.000 neue Postpaid-Handyabonnenten sowie 442.000 Glasfaser- und 327.000 Festnetz-Funkkunden. Der Umsatz von AT&T stieg daraufhin um 5% auf 32,3 Milliarden US-Dollar, und das Management hob seine Guidance für das bereinigte Jahresergebnis auf 2,40 US-Dollar pro Aktie an.

Bewertung und Ausblick

Nach den heutigen Verlusten lässt sich die AT&T-Aktie für weniger als das Neunfache der prognostizierten Gewinne des Jahres 2026 erwerben. Darüber hinaus erwartet der führende Mobilfunkanbieter, dass sich seine Cash-Gewinne in den kommenden Jahren erhöhen – und nicht verringern. AT&T rechnet damit, dass der Free Cash Flow bis 2028 auf über 21 Milliarden US-Dollar steigen wird, gegenüber 18 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.

Damit ergibt sich für Investoren ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht die glaubwürdige, aber kapitalintensive und langfristige Bedrohung durch SpaceX' Starlink-Mobile-Offensive. Auf der anderen Seite präsentiert sich AT&T mit wachsenden Kundenzahlen, steigendem Umsatz, angehobener Gewinnprognose und einer günstigen Bewertung. Wie sich das Kräfteverhältnis im US-Mobilfunkmarkt tatsächlich verschiebt, dürfte sich erst über Jahre entscheiden – die Reaktion am Freitag zeigt jedoch, wie empfindlich der Markt auf disruptive Signale reagiert.

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