Asiens Tech-Aktien boomen – Nvidia im Fokus der Anleger
Südkorea, Taiwan und Japan profitieren massiv vom KI-Boom, während alle Augen auf Nvidias Quartalszahlen gerichtet sind.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Mittwoch in starker Verfassung. Im Sog der US-Erholung notieren die wichtigsten Indizes durchweg im Plus – angetrieben von der Erkenntnis, dass die Region als Hardware-Lieferant des globalen KI-Booms besonders profitiert.
Südkoreas Kospi hat in dieser Woche bereits fast 5% zugelegt und ein neues Rekordhoch markiert. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auf beeindruckende 44%. Auch Taiwan kann mit einem Wochengewinn von rund 5% und einem Jahresplus von fast 22% glänzen – Zahlen, vor denen selbst der technologielastige Nasdaq verblasst.
Japans Nikkei liegt im bisherigen Jahresverlauf 15% im Plus und erhält zunehmend Rückenwind von Analysten, die eine Neubewertung japanischer Unternehmen fordern. Hintergrund sind verbesserte Unternehmensgewinne und Fortschritte bei der Corporate Governance. Die Deutsche Bank weist darauf hin, dass japanische Anleger rund 2,25 Billionen US-Dollar in ausländischen Aktien halten – selbst eine moderate Umschichtung in heimische Titel könnte Nikkei und Yen erheblich beflügeln.
Nvidia: Alles hängt am Ausmaß der Überraschung
Der eigentliche Höhepunkt des Handelstages steht nach US-Börsenschluss bevor: Nvidia legt seine Quartalszahlen vor. Laut LSEG-Daten rechnen Analysten für das im Januar endende Quartal mit einem Gewinnanstieg von 62% und einem Umsatzsprung von 68%. Für das erste Quartal 2026 wird ein Umsatzanstieg von rund 64% auf 72 Milliarden US-Dollar erwartet.
Da Nvidia die Umsatzprognosen in 13 aufeinanderfolgenden Quartalen übertroffen hat, kommt es vor allem auf das Ausmaß der positiven Überraschung an. Als absolutes Minimum gilt eine Überschreitung der Erwartungen um jeweils 2 Milliarden US-Dollar – sowohl für das abgelaufene Quartal als auch für den Ausblick. Der Optionsmarkt impliziert eine Kursbewegung von plus oder minus 4,8% nach Bekanntgabe der Ergebnisse.
Die schiere Größe des Unternehmens macht diese Schwankung besonders bedeutsam: 4,8% entsprechen bei Nvidias aktueller Marktkapitalisierung von 4,7 Billionen US-Dollar einem Wert von rund 226 Milliarden Dollar. Damit übersteigt Nvidias Börsenwert das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Japan oder Indien.
Trump, Öl und Zentralbanken im Blick
US-Präsident Trump streifte das Thema KI in seiner Rede zur Lage der Nation nur am Rande. Sein Versprechen, große Technologieunternehmen zum Bau eigener Kraftwerke für ihre Rechenzentren zu verpflichten, sorgte für Aufmerksamkeit – wie dies umgesetzt werden soll, ließ er jedoch offen.
Die Ölpreise legten um rund 0,6% zu, gaben zwischenzeitlich aber leicht nach, als Trump erklärte, eine diplomatische Lösung im Atomstreit mit dem Iran zu bevorzugen. Ansonsten reagierten die Märkte auf die Rede kaum – typisch für solche Ansprachen. Der US-Dollar gab leicht nach, während die Renditen von US-Staatsanleihen eine Nuance zulegen konnten.
Auf der Agenda des heutigen Handelstages stehen zudem das Verbrauchervertrauen in Deutschland und Frankreich sowie die endgültigen Inflationsdaten der Eurozone. Mehrere Zentralbankvertreter kommen zu Wort, darunter EZB-Direktoriumsmitglied Pedro Machado sowie die Fed-Präsidenten Thomas Barkin, Jeffrey Schmid und Alberto Musalem.
