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Asiens Börsen unter Druck: Chip-Ausverkauf überschattet TSMC-Rekordgewinn

Halbleiterwerte reißen Asiens Märkte ins Minus, während moderate US-Inflationsdaten Anleihen stützen und den Dollar schwächen.

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Asiens Börsen unter Druck: Chip-Ausverkauf überschattet TSMC-Rekordgewinn

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Ein breiter Ausverkauf bei Chipherstellern überschattete dabei selbst die hervorragenden Quartalszahlen von TSMC, dem weltgrößten Auftragsfertiger für KI-Chips. Gleichzeitig profitierten Anleihen von erneut moderaten US-Inflationsdaten, die das Risiko einer baldigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve weiter reduzierten.

Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans verlor rund 1%. Besonders hart traf es den südkoreanischen KOSPI, der um 6,2% einbrach – maßgeblich belastet durch Verluste bei Samsung (-6,6%) und SK Hynix (-9%). Der japanische Nikkei fiel um 3%. Gegen den Trend legte Chinas Hang Seng Index um 1,8% zu.

TSMC mit Rekordgewinn – doch der Markt schaut woanders hin

Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) meldete für das zweite Quartal einen Gewinnanstieg von 77% auf einen Rekordwert, der die Marktprognosen weit übertraf. Dennoch reichte ein Kursanstieg der TSMC-Aktie von 1,2% im Vorfeld der Zahlen nicht aus, um den Abwärtstrend bei asiatischen Chipwerten zu stoppen.

Brian Heavey, Aktienhändler bei JPMorgan, kommentierte die Lage: „Wir sehen einen aggressiven Rückzug bei Speicherchips und Hardware. Ich glaube nicht, dass es eine eindeutige negative Schlagzeile gibt, die den Ausverkauf antreibt. Ich denke, es zeigt einfach, wie hoch die Messlatte für die Gewinne im Halbleitersektor liegt."

Auch ASML, der weltweit dominierende Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Hightech-Computerchips, konnte sich dem Trend nicht entziehen. Die Aktie schloss 0,4% niedriger, obwohl das Unternehmen seine Umsatzprognosen für 2026 angehoben und eine Kapazitätserweiterung zugesagt hatte. Asien gilt als besonders anfällig für Chip-Ausverkäufe, da Halbleiteraktien in den dortigen Indizes stärker gewichtet sind als etwa in Europa oder den USA.

An der Wall Street hingegen legten die Kurse über Nacht zu. Investoren schichteten nach robusten Ergebnissen großer Kreditinstitute von Halbleiterwerten in Bankaktien und die sogenannten „Magnificent Seven" um. Die europäischen Börsen steuerten auf eine leicht höhere Eröffnung zu, mit einem Plus von rund 0,2% bei den regionalen Futures. Die Wall-Street-Futures notierten in Asien weitgehend unverändert.

Inflation kühlt ab – Fed-Zinserhöhung rückt in weite Ferne

Überraschend schwache US-Erzeugerpreisdaten (PPI) für Juni ergänzten die bereits moderaten Verbraucherpreisdaten vom Vortag. Die Märkte preisen das Risiko einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung durch die Fed in diesem Monat nun nur noch mit 10% ein – verglichen mit 43% zu Beginn des Monats. Das ist ein erheblicher Stimmungsumschwung, der Anleiheinvestoren zugutekam.

Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen stiegen leicht um 2 Basispunkte auf 4,1514%, nachdem sie in den vorangegangenen zwei Tagen um 14 Basispunkte gefallen waren. Die Renditen zehnjähriger Anleihen legten um 1 Basispunkt auf 4,5594% zu, nach einem Rückgang von 7 Basispunkten in den zwei Tagen zuvor.

Der US-Dollar geriet durch die Inflationsdaten unter Druck. Der Dollar-Index hielt sich bei 100,52, nachdem er über Nacht um 0,4% auf den niedrigsten Stand seit dem 18. Juni gefallen war. Der japanische Yen verharrte bei 162,15 – nicht weit entfernt vom 40-Jahres-Tief bei 162,84. Spekulanten agieren hier weiterhin vorsichtig angesichts möglicher Interventionen der japanischen Behörden.

Ölpreise und geopolitische Spannungen im Blick

Die Ölpreise drehten ins Minus, nachdem die USA ihre jüngsten Angriffe auf den Iran abgeschlossen hatten. Die Feindseligkeiten im Nahen Osten haben sich zuletzt verschärft: Washington startete Angriffe auf den Iran, während Teheran US-Stützpunkte in Kuwait und Jordanien ins Visier nahm. Brent-Terminkontrakte notierten zuletzt 0,5% niedriger bei 84,50 Dollar pro Barrel, hatten in dieser Woche jedoch bereits um 11% zugelegt.

Analysten warnen, dass der Rückgang der Inflation sich als vorübergehend erweisen könnte, sollten die Ölpreise aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten weiter steigen. Gold gab um 0,8% auf 4.027 Dollar pro Unze nach. Das britische Pfund Sterling erreichte ein Zweimonatshoch und notierte bei 1,3532 Dollar, nachdem es über Nacht um 1% gestiegen war – gestützt durch Erwartungen an einen fiskalisch konservativen Kurs der britischen Labour-Partei.

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