Asiens Börsen uneinheitlich: Iran-Spannungen und Fed-Entscheidung belasten
Geopolitische Unsicherheiten, Fed-Zurückhaltung und sprunghafte australische Inflation sorgen für gemischte Stimmung an Asiens Aktienmärkten.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich am Mittwoch ohne klare Richtung. Anhaltende Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve sowie überraschend starke Inflationsdaten aus Australien belasteten die Anlegerstimmung. Die Wall Street hatte zuvor im Minus geschlossen, was die Vorsicht in Asien weiter verstärkte.
Ausgelöst wurde die Schwäche an der Wall Street unter anderem durch einen Bericht des Wall Street Journal, wonach OpenAI interne Ziele für Nutzerzahlen und Umsatz verfehlt habe. Dies weckte Zweifel an der Nachhaltigkeit der massiven Ausgaben für Künstliche Intelligenz. US-Aktienindex-Futures legten im asiatischen Handel jedoch leicht zu, während Anleger auf die Finanzergebnisse der sogenannten „Magnificent 7"-Unternehmen warteten.
Fed-Entscheidung und Geopolitik im Fokus
Der Blick der Märkte richtete sich klar auf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank die Zinssätze unverändert lässt. Anleger achten jedoch genau auf Hinweise zum Zeitpunkt einer möglichen Lockerung – insbesondere da die Inflationsrisiken angesichts steigender Energiepreise erhöht bleiben.
Auch die Geopolitik blieb ein bestimmender Faktor. Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat US-Präsident Donald Trump seine Berater angewiesen, eine langwierige Blockade des Irans vorzubereiten. Dies verschärfte die Spannungen rund um die strategisch bedeutsame Straße von Hormus und hielt die Ölpreise auf hohem Niveau – was wiederum Inflationssorgen schürte und die Vorsicht an den Aktienmärkten verstärkte.
Unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Märkten
Die einzelnen Märkte entwickelten sich sehr unterschiedlich. Südkoreas KOSPI legte um 0,2 % zu, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung Rekordhochs erreicht hatte. Die japanischen Märkte blieben wegen eines Feiertags geschlossen. Singapurs Straits Times Index verlor 0,6 %, während die Futures auf den indischen Nifty 50 unverändert notierten.
In China und Hongkong zeigte sich ein gemischtes Bild. Chinas Shanghai Composite Index gewann 0,4 %, der Blue-Chip-Index Shanghai Shenzhen CSI 300 stieg sogar um 0,7 %. Der Hang Seng in Hongkong kletterte um 1 %, wobei der Hang Seng TECH-Subindex um 1,5 % nach oben sprang. Anleger zeigten sich weiterhin ermutigt durch den Optimismus rund um kostengünstige KI-Entwicklungen von DeepSeek.
Einen deutlichen Dämpfer erhielt hingegen Hua Hong Semiconductor, Chinas zweitgrößter Chiphersteller. Die Aktie fiel um mehr als 7 %, nachdem Reuters über mögliche neue US-Beschränkungen für Lieferungen von Chipfertigungsanlagen berichtete. Breitere chinesische und Hongkonger Technologiewerte blieben jedoch relativ stabil.
Australische Inflation auf höchstem Stand seit zwei Jahren
Besonders im Fokus standen die australischen Inflationsdaten. Australiens S&P/ASX 200 gab um 0,3 % nach, nachdem sich die Verbraucherinflation im ersten Quartal deutlich beschleunigt hatte. Die Kernverbraucherpreise stiegen im Quartalsvergleich um rund 1,4 %, was die jährliche Inflation in den Bereich der Mitte von 4 % hob – den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
Auch der monatliche Verbraucherpreisindikator für März zeigte einen deutlichen Anstieg, der vor allem auf gestiegene Treibstoffkosten zurückzuführen ist. Die Ölpreise kletterten infolge der Störungen im Nahen Osten, was die Transportkosten kräftig in die Höhe trieb. Zudem blieb die Inflation bei Wohnraum und Dienstleistungen hartnäckig erhöht.
Die Reserve Bank of Australia hat die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal angehoben und vor weiteren Erhöhungen aufgrund der schnell steigenden Inflation gewarnt. Die neuen Daten verstärken die Erwartungen, dass die Geldpolitik in Australien straff bleiben wird – ein Signal, das auch internationale Anleger genau beobachten.
