Asiens Börsen steigen: Trump-Iran-Gespräche in finaler Phase
Hoffnung auf ein Nahostabkommen, starke Handelsdaten aus Japan und Nvidia-Euphorie treiben Asiens Märkte kräftig nach oben.

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Ausschlaggebend waren gleich mehrere positive Impulse: US-Präsident Donald Trump erklärte, die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran befänden sich in der „Endphase", was den Anlegern weltweit Auftrieb gab. Hinzu kamen starke Quartalszahlen von Nvidia sowie solide Handelsdaten aus Japan.
Japans Nikkei 225 schloss den Handelstag mit einem Plus von 3,14% bei 61.684,14 Punkten. Treiber waren unter anderem die japanischen Exportdaten für April: Die Ausfuhren stiegen im Jahresvergleich um 14,8% – das stärkste Wachstum seit Januar dieses Jahres. Besonders Halbleiterlieferungen legten sprunghaft zu und übertrafen die Analystenerwartungen deutlich. Auch die Importe wuchsen mit 9,7% stärker als prognostiziert.
Die Aktien der SoftBank Group gehörten zu den größten Gewinnern des Tages und legten um fast 20% zu. Auslöser war die starke Quartalspräsentation von Nvidia am Vorabend, die eine anhaltend hohe Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz signalisierte. SoftBank gilt als einer der bedeutendsten KI-Investoren weltweit und profitiert unmittelbar von positiven Nachrichten aus dem Technologiesektor.
Südkorea mit besonders starken Gewinnen
Der südkoreanische Kospi verzeichnete mit einem Anstieg von 8,42% auf 7.815,59 Punkte einen der stärksten Tagesgewinne unter den großen Indizes. Der kleinkapitalisierte Kosdaq legte ebenfalls deutlich zu und stieg um 4,7% auf 1.105,97 Punkte. Indexschwergewicht Samsung Electronics gewann mehr als 8,5%, nachdem ein drohender Streik von über 47.000 Mitarbeitern durch einen Durchbruch bei den Lohnverhandlungen abgewendet werden konnte. Der Chiphersteller SK Hynix verbesserte sich um 11,2%.
Daniel Yoo, globaler Stratege und Leiter der globalen Investmentabteilung bei Yuanta Securities (Korea), äußerte sich in der CNBC-Sendung „Squawk Box Asia" optimistisch: Er erwartet, dass der Kospi bis zum Jahresende die Marke von 10.000 Punkten erreichen wird. Zudem gab das südkoreanische Finanzministerium bekannt, dass das Land ab dem 6. Juli den 24-Stunden-Kassahandel zwischen US-Dollar und Won aufnehmen wird – ein weiterer Schritt im Rahmen laufender Kapitalmarktreformen zur Förderung des Wirtschaftswachstums.
Australiens S&P/ASX 200 stieg um 1,47% auf 8.621,70 Punkte. Indiens Nifty 50 legte um 0,16% zu, während der BSE Sensex um 0,21% zulegte. Weniger erfreulich verlief der Handel in China: Der CSI 300 gab frühe Gewinne wieder ab und schloss 0,96% tiefer. Auch der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,92%.
Ölpreise unter Druck durch Diplomatie-Hoffnung
Die Ankündigung Trumps zu den Iran-Verhandlungen drückte die Ölpreise, die zuletzt durch geopolitische Spannungen stark gestiegen waren. Die Trump-Administration hatte iranische Häfen blockiert, während Teheran die Straße von Hormus – eine der weltweit wichtigsten Energiewasserstraßen – faktisch geschlossen hatte. Am Donnerstag erholten sich die Ölpreise jedoch leicht von den Verlusten des Vortages: West Texas Intermediate (WTI) notierte im asiatischen Handel um 1,23% höher bei 99,47 US-Dollar pro Barrel, Brent-Rohöl legte um 1,24% auf 105,32 US-Dollar zu.
An der Wall Street hatten die Indizes am Mittwoch bereits kräftig zugelegt. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 645,47 Punkte oder 1,31% und schloss bei 50.009,35 Punkten. Der S&P 500 kletterte um 1,08% auf 7.432,97 Punkte, der Nasdaq Composite legte um 1,54% auf 26.270,36 Punkte zu. Die US-Futures zeigten sich am Donnerstag im asiatischen Handel leicht schwächer: S&P-500-Futures gaben um 0,3% nach, Nasdaq-100-Futures verloren 0,4%, und Dow-Jones-Futures fielen um 52 Punkte beziehungsweise 0,1%.
