Asiatische Märkte steigen dank Hoffnung auf US-Iran-Abkommen
Trumps optimistische Signale zu Iran-Verhandlungen und sinkende Ölpreise lösen breite Rally bei Aktien und Anleihen in Asien aus.

Asiatische Aktien und Staatsanleihen haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Auslöser war die Erklärung von US-Präsident Trump, dass die Verhandlungen mit dem Iran Fortschritte machen. Die Hoffnung auf ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts beflügelte die Marktstimmung in der gesamten Region.
Gleichzeitig passierten drei Tanker die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch diese Meerenge wird üblicherweise ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert. Die ungehinderte Durchfahrt trug dazu bei, dass die Rohölpreise bereits am Mittwoch zurückgingen.
Die Analysten von Commerzbank Research beschrieben das Hauptthema der Marktsitzung als „Risk-on". Der Preisrückgang beim Öl über Nacht habe „Inflationsängste gemildert, die Marktstimmung aufgehellt und eine breite Rally bei Aktien und Anleihen ausgelöst", schrieben die Analysten in einer Notiz.
Starke Kursgewinne in ganz Asien
Die Aktienmärkte in der gesamten asiatisch-pazifischen Region verzeichneten teils erhebliche Gewinne. Besonders deutlich fiel das Plus in Südkorea aus: Der Kospi legte um 5,8 Prozent zu. Der japanische Nikkei-Index stieg um 3,3 Prozent, während der australische Leitindex S&P/ASX 200 ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnete.
Auch die Staatsanleihenmärkte in der Region profitierten von der verbesserten Stimmung. Die Renditen 10-jähriger japanischer Staatsanleihen fielen um 2 Basispunkte auf 2,765 Prozent. Die Renditen 10-jähriger australischer Staatspapiere sanken um 7 Basispunkte auf 5,0020 Prozent, während die Renditen 10-jähriger neuseeländischer Staatsanleihen ebenfalls um 7 Basispunkte auf 4,7390 Prozent zurückgingen. Da Anleiherenditen sich gegenläufig zu den Kursen entwickeln, bedeuten sinkende Renditen steigende Anleihekurse.
Geopolitik als zentraler Markttreiber
Der Konflikt im Nahen Osten hatte die Finanzmärkte zuletzt erheblich belastet. UOB Global Economics & Markets Research verwies auf „Hoffnungen auf ein Abkommen zur Beendigung eines Krieges, der die Finanzmärkte erschüttert und Inflationssorgen geschürt hat". Für Anleger weltweit ist die Straße von Hormus von zentraler Bedeutung, da Störungen dort unmittelbar die globalen Energiepreise beeinflussen.
Sinkende Ölpreise wirken für viele Volkswirtschaften wie ein Konjunkturprogramm: Sie entlasten Verbraucher und Unternehmen, dämpfen die Inflation und erhöhen den Spielraum für Notenbanken. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da Europa stark von Energieimporten abhängig ist und steigende Energiepreise die Inflation in der Eurozone zuletzt erheblich angeheizt hatten.
Die Märkte reagieren damit sensibel auf jedes Signal einer diplomatischen Entspannung im Nahen Osten. Ob ein tatsächliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran zustande kommt, bleibt abzuwarten – die Hoffnung allein reichte am Donnerstag jedoch aus, um eine breite Kaufwelle in Asien auszulösen.
