Asiens Börsen brechen massiv ein – KOSPI verliert 17 Prozent
Nahost-Konflikt schürt Angst vor Ölschock und verzögerten Zinssenkungen – Südkoreas Circuit Breaker greift.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Mittwoch einen massiven Kurssturz erlitten. Anleger trennten sich in großem Stil von Positionen bei Chipherstellern, während die Sorge vor einem durch den Nahost-Krieg ausgelösten Ölschock die Märkte belastete. Ein solcher Energieschock könnte die Inflation erneut anheizen und Zinssenkungen der Notenbanken weiter verzögern.
Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans verlor 4,2 Prozent. Japans Nikkei-225 gab ebenfalls deutlich nach und schloss 4,3 Prozent im Minus. Beide Indizes spiegeln die wachsende Nervosität der Investoren wider, die einen eskalierenden Konflikt im Nahen Osten und dessen Folgen für die globale Energieversorgung fürchten.
Südkorea im freien Fall – Circuit Breaker greift
Besonders dramatisch verlief der Handelstag in Seoul. Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach um mehr als 11 Prozent ein und löste damit einen automatischen Handelsstopp aus – einen sogenannten Circuit Breaker. Dieser Schutzmechanismus wird aktiviert, wenn ein Index innerhalb kurzer Zeit extrem stark fällt, um Panikverkäufe einzudämmen.
Über zwei Handelstage summieren sich die Verluste des KOSPI damit auf rund 17 Prozent. Südkorea gilt als besonders exponiert, da der Markt stark von Halbleiter- und Technologieunternehmen dominiert wird – genau jene Sektoren, die Anleger derzeit meiden.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Asien ein deutliches Warnsignal. Steigende Ölpreise infolge einer Eskalation im Nahen Osten würden auch europäische Volkswirtschaften treffen und die Hoffnungen auf baldige Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank dämpfen. Wer in asiatische Technologiefonds oder ETFs investiert ist, sollte die Lage genau beobachten.
