Asiatische Börsen im Stillstand vor US-Daten
Anleger blicken auf Inflation, Zinspolitik und Chinas wirtschaftliche Pläne

Die asiatischen Börsen verzeichneten am Mittwoch eine zurückhaltende Entwicklung, während Investoren auf die bevorstehenden US-Inflationsdaten warteten. In Tokio bewegte sich der Nikkei-Index nahezu unverändert bei 39.372 Punkten, während der breiter gefasste Topix um 0,3 Prozent zulegte. Hauptverantwortlich für den jüngsten Anstieg waren höhere Preise für Nahrungsmittel, Nichteisenmetalle und Kunststoffwaren, die gestiegene Rohstoff- und Arbeitskosten widerspiegelten. Experten erwarten angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks eine mögliche Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BOJ) noch im Dezember.
Die Aktienkurse japanischer Technologieunternehmen gerieten unter Druck. Der Chiphersteller Disco verzeichnete ein Minus von 3,6 Prozent, während die Titel der Hersteller von Chiptestgeräten Advantest und Tokyo Electron jeweils um ein halbes Prozent nachgaben. Auch in China standen wirtschaftspolitische Unsicherheiten im Fokus. Laut staatlichen Medien plant die Regierung im kommenden Jahr eine „angemessen lockere“ Geldpolitik, um die Konjunktur anzukurbeln. Konkrete Maßnahmen wurden jedoch bislang nicht bekannt gegeben. Die Börse Shanghai notierte 0,2 Prozent im Plus, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,2 Prozent nachgab. Besonders gefragt waren Aktien aus den Bereichen Lebensmittel, Getränke und Immobilien, während Finanzwerte schwächer notierten.
Die Ölpreise stiegen leicht, da Marktteilnehmer eine erhöhte Nachfrage aus China aufgrund der angekündigten lockeren Geldpolitik erwarteten. Brent-Rohöl verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 72,57 Dollar je Barrel, während US-Öl der Sorte WTI um 0,6 Prozent auf 68,98 Dollar notierte. Der US-Automobilhersteller Tesla meldete in der ersten Dezemberwoche mit 21.900 verkauften Elektrofahrzeugen in China den höchsten Wochenabsatz des vierten Quartals. Das Model Y, mit 556.000 verkauften Einheiten im vergangenen Jahr das meistverkaufte Fahrzeug in China, bleibt weiterhin ein Erfolgsgarant für das Unternehmen.
Marktbeobachter erwarten mit Spannung die US-Verbraucherpreisdaten, die entscheidend für die zukünftige geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve sein könnten. Eine Mehrheit der Anleger rechnet mit einer weiteren Zinssenkung in der kommenden Woche. Gleichzeitig bleibt unklar, welche konkreten Schritte China zur Stabilisierung seiner Wirtschaft einleiten wird. Die zentrale Wirtschaftskonferenz wird von Analysten als Schlüsselereignis angesehen, um mehr Klarheit über Pekings wirtschaftspolitische Maßnahmen zu erhalten.
