Asiatische Börsen bleiben vor Powells Rede verhalten
Investoren hoffen auf Signale für US-Zinssenkungen und beobachten BOJ-Entscheidungen genau

Asiatische Börsen zeigten sich am Freitag eher zurückhaltend, während die Anleger auf die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell warteten. Die Investoren erhofften sich Hinweise darauf, dass die Zinssenkungen in den USA im September beginnen würden. Diese Unsicherheit spiegelte sich in den Märkten wider, die sich vorsichtig verhielten. In Japan verzeichnete der Yen einen Anstieg auf 145,68 pro Dollar, während die Anleiherenditen nach der Rede von Kazuo Ueda, dem Gouverneur der Bank of Japan (BOJ), leicht anstiegen. Ueda betonte, dass die Zentralbank bereit sei, die Zinssätze zu erhöhen, falls sich die Wirtschaft und die Preise im Einklang mit den Prognosen entwickeln.
Die Erwartungen hinsichtlich einer möglichen Zinserhöhung der BOJ im Oktober sind unter den Händlern jedoch gering. Trotz der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen hält es die Mehrheit der Marktteilnehmer für unwahrscheinlich, dass die BOJ nach dem jüngsten Ausverkauf die Zinssätze anheben wird. Ueda blieb bei seiner Stellungnahme vorsichtig und betonte, dass eine Zinserhöhung nur dann in Betracht gezogen werde, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend entwickeln. Am Freitag wurden außerdem die Daten zur Kerninflation in Japan veröffentlicht, die im Juli zum dritten Mal in Folge anstiegen. Diese Zahlen wurden aufmerksam verfolgt, da sie möglicherweise die zukünftige Geldpolitik der BOJ beeinflussen könnten.
An der japanischen Börse zeigte sich am Freitag eine leichte Aufwärtsbewegung. Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, schloss 0,5 Prozent höher bei 38.364 Punkten. Auch der breiter gefasste Topix-Index verzeichnete einen ähnlichen Anstieg und beendete den Handelstag bei 2.685 Punkten. Die Märkte reagierten insbesondere auf Uedas Aussagen, in denen er die Meinung des stellvertretenden BoJ-Gouverneurs Shinichi Uchida unterstützte. Uchida hatte Anfang August betont, dass die BOJ die Geldpolitik nicht straffen werde, solange die Märkte volatil blieben.
In China hingegen zeigten sich die Börsen vor Powells Rede unentschlossen. Die Anleger blieben vorsichtig und warteten auf klare Signale aus den USA. Die Börse in Shanghai schloss unverändert bei 2.847 Punkten, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen leicht um 0,1 Prozent auf 3.321 Zähler anstieg. Die Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik in den USA trug zur Zurückhaltung der Anleger in der Region bei und sorgte dafür, dass die Märkte auf Richtungssuche blieben.
