Arm Holdings verliert 8% nach Quartalszahlen – Lizenzumsätze enttäuschen
Chipdesigner verfehlt Erwartungen trotz KI-Boom, Qualcomm-Warnung zu Speicherengpass belastet zusätzlich

Die Aktien von Arm Holdings sind im nachbörslichen Handel um rund 8% eingebrochen, nachdem das britische Chipdesign-Unternehmen mit seinen Lizenzumsätzen die Markterwartungen verfehlt hat. Zusätzlichen Druck übten die schwachen Prognosen des Chipherstellers Qualcomm aus, der vor einem globalen Speicherengpass warnte, der die Smartphone-Verkäufe belasten dürfte.
Im dritten Geschäftsquartal erreichte Arm bei den Lizenzumsätzen 505 Millionen Dollar und blieb damit unter den Analystenschätzungen von 519,9 Millionen Dollar. "Die Verfehlung der Lizenzumsätze führte zum Kursrückgang, und Smartphones werden mit hohen Speicherkosten zu kämpfen haben, was für Arm Gegenwind bedeutet", erklärte Kinngai Chan, leitender Research-Analyst bei Summit Insights. Ein schwacher Lizenzumsatz heute werde wahrscheinlich zu schwächeren zukünftigen Einnahmen aus Lizenzgebühren führen.
Arm verdient sein Geld durch ein zweistufiges Modell: Das Unternehmen verkauft zunächst Lizenzen für seine Chiptechnologie an Konzerne wie Nvidia und Apple und kassiert anschließend für jeden produzierten Chip, der auf diesen Designs basiert, eine Lizenzgebühr. Die Chiparchitekturen des britischen Unternehmens sind besonders wegen ihrer Energieeffizienz gefragt – ein entscheidender Vorteil für Rechenzentrumsbetreiber, die ihre stark steigenden Stromkosten und die durch KI-Modelle erzeugte Wärme in den Griff bekommen wollen.
Royalty-Einnahmen übertreffen Erwartungen
Trotz der Enttäuschung bei den Lizenzumsätzen zeigten sich die Lizenzgebühren robust: Sie stiegen im dritten Quartal um 27% auf 737 Millionen Dollar und übertrafen damit die Schätzungen von 707,9 Millionen Dollar. Der Gesamtumsatz kletterte um 26% auf 1,24 Milliarden Dollar und lag damit über der Prognose von 1,22 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 43 Cent und übertraf die Erwartungen von 41 Cent leicht.
Für das vierte Quartal gibt sich Arm optimistisch: Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 1,47 Milliarden Dollar, was über der Analystenschätzung von 1,44 Milliarden Dollar liegt. Die Einnahmen aus Lizenzgebühren sollen im Jahresvergleich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen, während die Lizenzumsätze im hohen zweistelligen Bereich zulegen dürften.
KI-Boom treibt langfristige Nachfrage
Die starke Nachfrage nach Arms energieeffizienten Chipdesigns wird vor allem durch KI-Anwendungen in Rechenzentren und Smartphones getrieben. Große Technologiekonzerne wie Nvidia haben die Arm-Architektur für KI-fokussierte Server-Chips übernommen und damit deren zentrale Rolle im KI-Ökosystem bestätigt. CEO Rene Haas beschrieb die Nachfrage als "weit über das hinausgehend, wo kein Ende in Sicht ist".
KI-Agenten – Software, die bestimmte Aufgaben online und auf PCs eigenständig erledigen kann – werden die Umsätze von Arm auf absehbare Zeit weiter fördern, so Haas. Chips auf Basis von Arms Designs sind erforderlich, um die riesigen Datenmengen zu verwalten, die zwischen Nvidias Grafikprozessoren und anderen KI-Prozessoren fließen.
Eigene Chip-Entwicklung belastet Kosten
Parallel zur Lizenzierung arbeitet Arm an der Entwicklung eigener kompletter Chips und hat dafür Personal rekrutiert. Diese Bemühungen haben die Betriebskosten des Unternehmens belastet. Für den 24. März hat Arm eine Veranstaltung angekündigt, zu deren Zweck die Führungskräfte jedoch keine Details preisgaben. Die Ankündigung dürfte bei Investoren für Spekulationen über mögliche Produktneuheiten oder strategische Ankündigungen sorgen.
