Apple-Zulieferer Luxshare plant Milliarden-Börsengang in Hongkong
Der chinesische Elektronikhersteller Luxshare will mit einem Aktienverkauf in Hongkong bis zu 3,1 Milliarden US-Dollar einsammeln.

Der Apple-Zulieferer Luxshare Precision Industry plant einen milliardenschweren Börsengang in Hongkong. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Börsenmitteilung strebt das Unternehmen Einnahmen von bis zu 24,27 Milliarden Hongkong-Dollar an – umgerechnet rund 3,1 Milliarden US-Dollar. Damit zählt das Vorhaben zu den bedeutendsten Kapitalmarkttransaktionen des Jahres in der Region.
Konkret plant Luxshare die Ausgabe von 383,5 Millionen H-Aktien zu einem Höchstpreis von jeweils 63,28 Hongkong-Dollar. H-Aktien sind Anteilsscheine chinesischer Festlandunternehmen, die an der Hongkonger Börse gehandelt werden. Rund 90 Prozent der Aktien sollen internationalen Investoren zugeteilt werden, während die verbleibenden 10 Prozent Privatanlegern in Hongkong vorbehalten sind.
Der Zeitplan für den Börsengang ist eng gesteckt: Den endgültigen Angebotspreis will das Unternehmen bis zum 7. Juli festlegen. Die Ergebnisse der Preisfestsetzung und Zuteilung sollen am darauffolgenden Tag bekannt gegeben werden. Der erste Handelstag an der Hongkonger Börse ist für den 9. Juli geplant.
Weltweiter Marktführer in der Präzisionsfertigung
Luxshare ist bereits in Shenzhen börsennotiert und gilt als einer der wichtigsten Fertigungspartner von Apple. Laut dem Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan ist Luxshare der größte Anbieter von intelligenten Präzisionsfertigungslösungen in Festlandchina. Gemessen am Umsatz des Jahres 2025 belegt das Unternehmen weltweit den fünften Platz in seiner Branche.
Das Produktportfolio von Luxshare umfasst Komponenten und Systeme in mehreren Schlüsselbereichen:
- Unterhaltungselektronik
- Automobilelektronik
- Kommunikationstechnik
- Rechenzentren
Die Unterhaltungselektronik dominiert dabei das Geschäft deutlich: Im vergangenen Jahr entfielen fast 80 Prozent des Gesamtumsatzes auf diesen Bereich. Damit ist Luxshare stark von der Nachfrage nach Produkten wie iPhones und anderen Apple-Geräten abhängig – eine Abhängigkeit, die das Unternehmen nun aktiv reduzieren möchte.
Automobilelektronik als Wachstumsmotor
Der Börsengang erfolgt zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Luxshare treibt die Diversifizierung seines Geschäftsmodells gezielt voran und setzt dabei besonders auf den Bereich Automobilelektronik. Dieser Geschäftsbereich hat sich in kurzer Zeit zu einem bedeutenden Wachstumstreiber entwickelt: Während die Automobilelektronik vor zwei Jahren noch lediglich 3,9 Prozent zum Umsatz beisteuerte, lag der Anteil im Jahr 2025 bereits bei 11,8 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelt einen breiteren Trend in der Elektronikindustrie wider. Chinesische Zulieferer, die traditionell stark auf die Konsumgüterelektronik ausgerichtet sind, erschließen zunehmend den boomenden Markt für Fahrzeugelektronik – angetrieben durch die wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und vernetzten Automobilen. Für Luxshare bietet der Hongkonger Börsengang nun die Möglichkeit, frisches Kapital für diese Wachstumsstrategie zu mobilisieren und gleichzeitig die internationale Investorenbasis zu erweitern.
