Apple-Kreditkarte wechselt zu JPMorgan: 20-Milliarden-Deal
JPMorgan Chase übernimmt das Apple-Kreditkartenprogramm von Goldman Sachs. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die CEOs Jamie Dimon und David Solomon auf einen Deal über Salden von rund 20 Milliarden Dollar.

JPMorgan Chase übernimmt das Kreditkartenprogramm der Apple Card von Goldman Sachs. Das Geschäft umfasst Kartensalden von etwa 20 Milliarden Dollar und beendet damit Goldman Sachs' Ausflug ins Privatkundengeschäft.
Schwierige Verhandlungen zwischen Banking-Giganten
Die Verhandlungen zwischen den beiden Wall-Street-Banken gestalteten sich über Monate hinweg zäh. JPMorgan hatte zwar einen Abschlag auf die Salden ausgehandelt, um potenzielle Verluste abzudecken, forderte aber zusätzliche Absicherungen für den Fall einer Verschlechterung der Kreditqualität. Goldman Sachs zeigte sich hingegen wenig kompromissbereit, da das Apple-Programm erstmals profitabel zu werden schien.
Intern gaben sich Banker beider Seiten gegenseitig die Schuld für die Verzögerungen. Einige Führungskräfte überlegten bereits, ob sie aus den Verhandlungen aussteigen sollten. Die festgefahrene Situation machte ein Eingreifen auf höchster Ebene erforderlich.
CEO-Gespräch bringt Durchbruch
Am 8. Dezember führten JPMorgan-Chef Jamie Dimon und Goldman-CEO David Solomon ein klärendes Gespräch. Die beiden Bankenchefs erörterten die Gründe für die Verzögerungen und einigten sich darauf, die Blockade aufzulösen. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde der Deal schließlich abgeschlossen und letzte Woche offiziell bekannt gegeben.
Bedeutung für deutsche Anleger
Für Anleger markiert der Deal das Ende von Goldman Sachs' Strategie im Privatkundengeschäft. Die Investmentbank konzentriert sich nun wieder auf ihr Kerngeschäft im Investment Banking und Vermögensverwaltung. JPMorgan hingegen baut seine Position im lukrativen Kreditkartenmarkt weiter aus und sichert sich mit Apple einen der wertvollsten Partner im Fintech-Bereich.
Die Apple Card wurde 2019 in Partnerschaft mit Goldman Sachs eingeführt und galt als prestigeträchtiges Projekt. Der Wechsel zu JPMorgan dürfte für Apple-Kunden nahtlos verlaufen, während Goldman Sachs sich von einem kostenintensiven Geschäftsfeld trennt.
