Apple-Kreditkarte wechselt von Goldman Sachs zu JPMorgan
JPMorgan Chase übernimmt das lukrative Apple-Kreditkartenprogramm von Goldman Sachs. Das Geschäft umfasst ausstehende Salden von rund 20 Milliarden Dollar und wurde nach monatelangen Verhandlungen zwischen den CEOs Jamie Dimon und David Solomon besiegelt.

Nach monatelangen zähen Verhandlungen haben JPMorgan Chase und Goldman Sachs Ende Dezember eine bedeutende Einigung erzielt: Die größte US-Bank übernimmt das Apple-Kreditkartenprogramm mit einem Volumen von etwa 20 Milliarden Dollar von Goldman Sachs.
Gespräche drohten zu scheitern
Die Verhandlungen zwischen den beiden Finanzriesen gerieten mehrfach ins Stocken. Intern machten sich Banker beider Seiten gegenseitig Vorwürfe, den Prozess unnötig zu verzögern. JPMorgan hatte zwar bereits einen Abschlag auf die Salden gesichert, um potenzielle Verluste abzudecken, forderte aber zusätzliche Absicherungen für den Fall verschlechterter Kreditqualität.
Goldman Sachs zeigte sich hingegen wenig kompromissbereit. Für die Wall-Street-Bank hatte sich das Apple-Programm endlich als profitabel erwiesen – ein wichtiger Erfolg nach anfänglichen Schwierigkeiten im Privatkundengeschäft. Einige Führungskräfte beider Banken erwogen bereits, die Verhandlungen komplett abzubrechen.
Eingreifen der CEOs bringt Durchbruch
Anfang Dezember griffen die beiden Bankchefs persönlich ein. Jamie Dimon von JPMorgan und David Solomon von Goldman Sachs führten am 8. Dezember ein klärendes Gespräch. Dabei erörterten sie die Gründe für die Verzögerungen und einigten sich darauf, die festgefahrenen Verhandlungen zu lösen.
Das Eingreifen der Top-Manager zeigte Wirkung: Kurz vor Jahreswechsel konnten die Banken das Geschäft erfolgreich abschließen. Die Vereinbarung wurde letzte Woche offiziell bekannt gegeben und bestätigt frühere Berichte des Wall Street Journal.
Bedeutung für die Beteiligten
Für Goldman Sachs markiert der Deal den Rückzug aus dem Privatkundengeschäft, in das die Bank unter Solomon massiv investiert hatte. JPMorgan hingegen stärkt seine Position im lukrativen Kreditkartenmarkt und gewinnt mit Apple einen prestigeträchtigen Partner. Für Apple-Kunden dürfte sich durch den Wechsel zunächst wenig ändern – die beliebte Apple Card bleibt bestehen, nur der Finanzpartner im Hintergrund wechselt.
