Appaloosa setzt auf Magnificent Seven und trennt sich von Speicherchips
David Teppers Hedgefonds stockt Amazon, Meta und Alphabet massiv auf – und verkauft gleichzeitig Micron-Anteile im Milliardenwert.

David Teppers Appaloosa Management hat im zweiten Quartal 2026 sein Portfolio deutlich in Richtung Megacap-Technologieaktien verschoben. Der bekannte Hedgefonds weitete seine Beteiligungen an mehreren Mitgliedern der sogenannten „Magnificent Seven" erheblich aus – und trennte sich gleichzeitig von ehemals hochfliegenden Speicherchipherstellern. Die entsprechenden Pflichtmitteilungen an die US-Aufsichtsbehörden wurden am Freitag veröffentlicht.
Den größten Zukauf tätigte Appaloosa bei Amazon: Die Beteiligung wuchs um mehr als 15% und erreichte einen Wert von fast 1,2 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt Amazon laut InsiderScore die größte Einzelposition des Hedgefonds. Auch bei Meta Platforms griff Tepper kräftig zu – die Position wuchs um fast 55% auf rund 380 Millionen US-Dollar.
Darüber hinaus stockte Appaloosa seine <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet-Beteiligung um knapp 7% auf, womit deren Wert auf mehr als 661 Millionen US-Dollar stieg. Neu im Portfolio ist zudem Apple: Tepper baute im zweiten Quartal eine Position im Wert von mehr als 241 Millionen US-Dollar auf. Die Käufe unterstreichen, wie eng Appaloosa sein Portfolio rund um den Boom der künstlichen Intelligenz ausgerichtet hat.
Rückzug bei Speicherchips
Gleichzeitig reduzierte Tepper seine Beteiligung an Micron Technology um mehr als 41%. Trotz des Verkaufs bleibt Micron mit einem Positionswert von rund 1,125 Milliarden US-Dollar die zweitgrößte Einzelposition des Fonds. Vollständig aufgelöst wurde hingegen eine Beteiligung an Sandisk im Wert von mehr als 400 Millionen US-Dollar.
Der Zeitpunkt der Verkäufe erscheint rückblickend geschickt gewählt. Micron-Aktien hatten im zweiten Quartal um mehr als 240% zugelegt – der größte Quartalsgewinn in der Geschichte des Unternehmens – bevor die Papiere seit Anfang Juli um fast 16% zurückgingen. Sandisk-Aktien brachen im dritten Quartal sogar um fast 28% ein, nachdem sie im Zeitraum von März bis Juni noch rund 258% gestiegen waren. Tepper schien den Kursrückgang im Speicherchip-Sektor also vorweggenommen zu haben.
Trotz der jüngsten Schwäche liegen Micron-Aktien im Jahr 2026 immer noch rund 240% im Plus. Die Wall Street bleibt zuversichtlich: Der durchschnittliche Analyst bewertet die Aktie mit „Kaufen" und sieht laut LSEG ein Aufwärtspotenzial von fast 51% im kommenden Jahr.
Nach dem Quartal: Rückkehr in den Speichersektor
Bemerkenswert ist, dass Appaloosa nach dem Ende des zweiten Quartals offenbar wieder in Speicheraktien investiert hat. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person kaufte der Fonds eine größere Position in dem Sektor, als im zweiten Quartal verkauft worden war – und zwar im Zuge des jüngsten Kurseinbruchs. Dies deutet darauf hin, dass Tepper den Rücksetzer als Kaufgelegenheit nutzte.
Außerhalb des Technologiesektors baute Appaloosa neue Positionen in Boeing im Wert von rund 173 Millionen US-Dollar sowie in American Airlines im Wert von etwa 136 Millionen US-Dollar auf. Gleichzeitig veräußerte Tepper seine Beteiligungen an Corning, L3Harris und RTX vollständig. Der Hedgefonds-Manager, der auch Eigentümer des NFL-Teams Carolina Panthers ist, absolvierte die University of Pittsburgh sowie die Carnegie Mellon University.
