Apollo und Blackstone prüfen 35-Milliarden-Dollar-Finanzierung für Broadcom
Private Kreditgeber wollen Broadcom beim Ausbau seiner KI-Chip-Entwicklung mit einem historisch großen Deal unterstützen.

Apollo Global Management und Blackstone befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Chiphersteller Broadcom über eine Finanzierung in Höhe von rund 35 Milliarden US-Dollar. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die anonym bleiben wollten. Es wäre einer der größten Private-Credit-Deals in der Geschichte der Finanzmärkte.
Das Kapital soll Broadcom dabei helfen, die Entwicklung von Chips für KI-Anwendungen zu finanzieren. Der Chiphersteller mit Hauptsitz in San Jose, Kalifornien, gehört zu den zentralen Zulieferern der boomenden Künstlichen-Intelligenz-Infrastruktur. Die Nachfrage nach spezialisierten KI-Chips ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen.
Privater Kreditmarkt als neue Kraft im KI-Boom
Der geplante Deal ist ein deutliches Signal dafür, wie Unternehmen zunehmend sämtliche verfügbaren Kapitalquellen mobilisieren, um den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren. Neben klassischen Bankkrediten und Anleiheemissionen gewinnt der sogenannte Private-Credit-Markt dabei erheblich an Bedeutung. Große Vermögensverwalter wie Apollo und Blackstone treten dabei als direkte Kreditgeber auf, ohne den Umweg über öffentliche Kapitalmärkte.
Private Credit bezeichnet Kredite, die nicht über öffentliche Märkte, sondern direkt zwischen institutionellen Investoren und Unternehmen vergeben werden. Dieser Markt hat in den vergangenen Jahren stark an Volumen gewonnen, da Unternehmen flexiblere Konditionen suchen und institutionelle Anleger attraktive Renditen abseits klassischer Anleihen anstreben. Ein Deal in der Größenordnung von 35 Milliarden Dollar würde neue Maßstäbe in diesem Segment setzen.
Broadcom im Zentrum der KI-Infrastruktur
Broadcom hat sich als einer der wichtigsten Halbleiterhersteller für KI-Anwendungen positioniert. Das Unternehmen entwickelt unter anderem spezialisierte Netzwerk- und Prozessorchips, die in großen Rechenzentren für KI-Workloads eingesetzt werden. Die Nachfrage aus dem Technologiesektor treibt den Investitionsbedarf des Unternehmens in die Höhe.
Die Gespräche zwischen Broadcom, Apollo und Blackstone befinden sich laut den Quellen noch in einem frühen Stadium. Details zu Konditionen, Laufzeiten oder einer möglichen Besicherung des Kredits wurden nicht bekannt. Es ist zudem unklar, ob die Verhandlungen zu einem Abschluss führen werden.
Für den deutschen Privatanleger verdeutlicht dieser Vorgang einen wichtigen Trend: Der Wettbewerb um KI-Infrastruktur zieht nicht nur Investitionen in Technologieunternehmen an, sondern verändert auch die Struktur der globalen Finanzmärkte. Große Vermögensverwalter wie Apollo und Blackstone wachsen zu zentralen Finanzierungspartnern der Technologieindustrie heran – mit potenziell weitreichenden Folgen für Anleger in beiden Sektoren.
