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Anthropic-Börsengang: Investoren setzen auf 2 Billionen Dollar Bewertung

Anthropics Investoren erwarten beim geplanten Oktober-Börsengang eine Rekord-Bewertung von 2 Billionen US-Dollar – mehr als SpaceX.

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Anthropic-Börsengang: Investoren setzen auf 2 Billionen Dollar Bewertung

Anthropic, der Entwickler des KI-Assistenten Claude, könnte beim geplanten Börsengang im Oktober mit einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar oder mehr debütieren. Das berichtete die Financial Times unter Berufung auf ein halbes Dutzend Investoren des Unternehmens. Eine solche Bewertung würde Anthropic an SpaceX vorbeischieben und den größten Börsengang aller Zeiten markieren.

Die Geldgeber begründen ihre hohen Erwartungen mit den schnell steigenden Umsätzen des erst fünf Jahre alten Unternehmens. Demnach würde die aktuelle Bewertung beim Börsengang mehr als verdoppelt. Frühe Investoren könnten dabei Gewinne in Milliardenhöhe einstreichen.

Besonders bemerkenswert sind die Umsatzprognosen: Investoren erwarten, dass der annualisierte Umsatz von Anthropic bis Ende 2026 zwischen 100 Milliarden und 120 Milliarden US-Dollar liegen wird. Das entspräche einer Steigerung um mehr als das Zehnfache im Laufe des Jahres – ein außergewöhnliches Wachstumstempo selbst für den boomenden KI-Sektor.

Bewertung ohne direkten Vergleich

Anthropic fehlt bislang ein börsennotiertes US-Vergleichsunternehmen, das als Benchmark für seine Bewertung dienen könnte. Als Orientierung ziehen Investoren Unternehmen heran, die als Profiteure des KI-Booms gelten: Der Datenanalyse-Konzern Palantir und das Cloud-Unternehmen Nebius wurden in diesem Jahr etwa mit dem 55-fachen ihres Umsatzes gehandelt.

Ein Börsengang auf diesem Niveau würde jedoch auch die öffentlichen Märkte auf die Probe stellen, die angesichts des KI-Booms zunehmend nervös werden. Die Unterstützer von Anthropic argumentieren, dass die Nachfrage nach den fortschrittlichen KI-Modellen und -Tools des Labors die hohen Erwartungen rechtfertigt.

Im Vorfeld des erwarteten Börsengangs positionieren sich bereits Vermögensverwalter im Silicon Valley. Sie senken Gebühren und stellen Personal ein, um Mitarbeiter von Anthropic und dem Konkurrenz-Labor OpenAI als Kunden zu gewinnen. Die Vermögensverwaltung von Morgan Stanley verzeichnete im letzten Quartal Nettoneuzuflüsse von mehr als 74 Milliarden US-Dollar aus Börsengängen, nachdem SpaceX sein Listing abgeschlossen hatte – die Bank verwaltete dabei die Aktienpläne der Mitarbeiter.

Wall Street wettet auf langlebige KI-Chips

Parallel dazu setzt die Wall Street auf eine weitere KI-These: Nvidia stellte zuletzt einen 500 Milliarden US-Dollar schweren Deal vor, im Rahmen dessen Unternehmen Halbleiter leasen können. Finanziert wird das Modell von Schwergewichten wie Apollo Global, KKR, Brookfield, BlackRock und Goldman Sachs.

Die Partnerschaft basiert auf der Überzeugung, dass die Chippreise länger auf hohem Niveau bleiben werden, als viele Analysten erwartet hatten. Damit trotzen die Beteiligten einer Grundregel der Finanzwelt: dass schnelllebige Technologie rasch an Wert verliert.

Ebenfalls im Fokus steht das Rechts-KI-Start-up Legora, das einer exklusiven Meldung zufolge eine Finanzierung bei einer Bewertung anstrebt, die etwa doppelt so hoch ist wie die 5,6 Milliarden US-Dollar, die es erst vor vier Monaten erreichte. Dies gilt als weiteres Zeichen für das intensive Interesse an Unternehmen, die KI zur Unterstützung professioneller Dienstleistungen einsetzen.

Der mögliche Anthropic-Börsengang steht damit sinnbildlich für den aktuellen Zustand des KI-Marktes: enormes Wachstumspotenzial, hohe Investorenerwartungen – und wachsende Fragen, ob die öffentlichen Märkte dieses Tempo mitgehen können.

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