Anleger warten auf Zinsperspektive
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die internationalen Aktienmärkte standen unter starkem Druck, da die Marktteilnehmer weiterhin auf klare Zinsperspektiven warten. Die anhaltend hohe Inflation in Deutschland sorgt für zunehmende Ungeduld. Der Dow Jones Industrial Average verzeichnete einen Rückgang von 1,06 Prozent und schloss bei 38.441 Punkten. Auch der Technologieindex Nasdaq 100 konnte sich dem negativen Trend nicht entziehen und verlor 0,7 Prozent, was ihn auf 18.736 Punkte sinken ließ. Aussagen von US-Notenbankgouverneur Neel Kashkari, dass weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen seien, verstärkten die Unsicherheit. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed stellte zwar eine leichte Verbesserung der ökonomischen Lage fest, aber die hohen Inflationsraten trüben die Zukunftsaussichten der US-Unternehmen.
Auch der DAX verzeichnete deutliche Verluste. Bereits vor der Veröffentlichung der deutschen Inflationsdaten stand der Index unter Druck und verlor bis zum Handelsende 1,1 Prozent, was ihn auf 18.473 Punkte sinken ließ. Die deutsche Inflationsrate stieg im Mai auf 2,4 Prozent und enttäuschte damit die Anleger, obwohl Ökonomen dies nach einer Rate von 2,2 Prozent im April erwartet hatten. Gründe hierfür sind unter anderem höhere Löhne und ein Basiseffekt nach dem Rückgang der Inflation im Vorjahr. Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank in naher Zukunft den Leitzins senken wird, bleibt bestehen, auch wenn der weitere Kurs unsicher ist.
Die wirtschaftliche Lage in Europa und den USA beeinflusst auch andere Märkte. Der Euro fiel im Vergleich zum US-Dollar um 0,43 Prozent und kostete am Abend 1,0804 Dollar. Auch die Ölpreise gaben nach, wobei ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 83,24 Dollar kostete. Die Preisrückgänge wurden durch den gestiegenen Dollar und die Erwartungen bezüglich der Angebotsbeschränkungen der Opec+ beeinflusst.
In New York sorgte eine geplante Übernahme im Ölsektor für Aufsehen. ConocoPhillips plant, den Wettbewerber Marathon Oil für 22,5 Milliarden Dollar zu übernehmen. Während die Conoco-Aktien unter Druck gerieten, legten die Aktien von Marathon Oil zu. Die Aktien von US-Fluggesellschaften standen ebenfalls unter Druck, nachdem American Airlines eine Gewinnwarnung für das Sommerquartal herausgegeben hatte. Die Aktien von Lufthansa folgten diesem negativen Trend und verloren 2,75 Prozent an Wert.
Volkswagen kündigte an, ein rein elektrisches Auto zu entwickeln, das ab 2027 für 20.000 Euro erhältlich sein soll. Der Autobauer plant, das Fahrzeug in Europa zu produzieren. Zudem kündigte VW an, den Streubesitz seiner Nutzfahrzeugtochter Traton zu erhöhen, um dem Unternehmen den Weg in den MDAX zu ebnen.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird neuer Werbepartner von Borussia Dortmund, während der Gewerbeimmobilien-Investor Aroundtown nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen schreibt. Der Börsenrückkehrer Douglas verzeichnete deutliche Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis, musste jedoch aufgrund von Kosten für den Börsengang einen Nettoverlust hinnehmen.
