Anleger in Erwartung der Notenbanker-Konferenz
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Die internationalen Aktienmärkte zeigten sich gestern zurückhaltend, trotz beeindruckender Geschäftszahlen des US-Chipkonzerns Nvidia. Der Hauptgrund für diese Vorsicht war die bevorstehende Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole. Anleger weltweit warten gespannt auf die Reden von Fed-Chef Jerome Powell und EZB-Chefin Christine Lagarde, in der Hoffnung auf Hinweise zur zukünftigen Zinspolitik.
Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA haben neue Zinssorgen geweckt. Ein Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und ein Anstieg der Aufträge für langlebige Güter könnten auf eine steigende Inflation hindeuten. Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba, merkte an, dass diese Daten die Zinserwartungen der US-Notenbank beeinflussen könnten. Als Reaktion darauf schloss der US-Leitindex mit einem Minus von 1,08 Prozent, während der S&P 500 um 1,42 Prozent und der Nasdaq 100 um 2,19 Prozent fiel.
In Europa spiegelte sich die vorsichtige Stimmung wider, wobei der DAX um fast 0,7 Prozent auf 15.621 Punkte fiel. Trotz eines starken Starts, angetrieben durch die positiven Nvidia-Zahlen, verlor der Index im Laufe des Tages an Schwung.
Nvidia selbst erlebte einen bemerkenswerten Tag. Getrieben durch den Boom in KI-Anwendungen, hat das Unternehmen seinen Umsatz im letzten Quartal auf beeindruckende 13,5 Milliarden Dollar verdoppelt. Die Aktie erreichte kurzzeitig einen Rekordwert von über 500 US-Dollar, bevor sie sich bei etwa 472 Dollar stabilisierte.
In anderen Wirtschaftsnachrichten fielen die Ölpreise um 0,4 Prozent, hauptsächlich aufgrund von Nachfragesorgen, insbesondere aus China. Der Euro gab leicht nach und lag am Nachmittag bei 1,0842 Dollar.
Die türkische Lira stieg hingegen stark an, nachdem die türkische Notenbank den Leitzins überraschend stark auf 25,0 Prozent erhöht hatte. Dies ist ein Versuch, die hohe Inflation im Land zu bekämpfen.
Abschließend gab es auch Nachrichten aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Tesla plant, seine europäische E-Auto-Fabrik mit einem eigenen Zug-Shuttle zu verbinden, um Mitarbeiter direkt zum Werk zu bringen. Boeing hingegen steht vor weiteren Produktionsproblemen bei seinem 737 Max Modell. Und Volkswagen gab bekannt, dass es derzeit keine akuten Engpässe bei Halbleitern gibt, ein Problem, das den Konzern seit Ende 2020 plagte.
