Anleger halten sich vor Ostern zurück
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Kurz vor dem Osterwochenende haben sich die Anleger an den Aktienmärkten zurückgehalten. Der DAX verlor am Donnerstag leicht 0,49 Prozent und schloss bei 21.205 Punkten, konnte jedoch auf Wochensicht ein Plus von rund vier Prozent verbuchen. Ein kurzfristiger Anstieg am Handelsstart wurde rasch wieder abgegeben, das Tagestief lag bei 21.142 Punkten. Auch der MDAX zeigte sich mit einem Rückgang von 0,26 Prozent schwächer. Die Unsicherheit an den Märkten blieb bestehen, nicht zuletzt wegen der unklaren Auswirkungen der US-Zollpolitik.
Anleger hoffen auf Verhandlungslösungen mit der US-Regierung, die Zollerhöhungen vorerst um 90 Tage ausgesetzt hat. In den Gesprächen mit Japan sieht Präsident Trump nach eigenen Angaben Fortschritte. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Märkte nach Ostern beruhigen könnten. Während in den USA der Handel bereits am Montag wieder aufgenommen wird, bleiben die deutschen Börsen bis Dienstag geschlossen.
Die Europäische Zentralbank senkte den Einlagensatz erneut um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Es war die siebte Zinssenkung seit Mitte 2024. Die Entscheidung kam nicht überraschend, die Märkte reagierten entsprechend gelassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf eine außergewöhnliche Unsicherheit durch die US-Zollpolitik, sieht aber auch erste Anzeichen für eine Stabilisierung in der Industrie. Die Aufwertung des Euro sowie sinkender Preisdruck im Euroraum könnten nach Einschätzung der EZB die Inflation weiter senken.
In den USA belastete ein Gewinnrückgang bei United Health die Märkte. Die Aktie des Krankenversicherers fiel um rund 23 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose gesenkt hatte. Der Dow Jones verlor daraufhin etwa 1,2 Prozent. Im Technologiesektor zeigten sich die Kurse hingegen stabiler. Der Pharmakonzern Eli Lilly konnte mit positiven Studiendaten zur Abnehmpille Orforglipron einen Kursanstieg von über 14 Prozent verzeichnen.
Der Goldpreis gab nach, nachdem er zuvor ein Allzeithoch erreicht hatte. Gewinnmitnahmen führten zu einem Rückgang auf 3.303 Dollar je Feinunze. Der Euro notierte leicht schwächer bei 1,1367 Dollar. Die Ölpreise stiegen unterdessen deutlich an, da die USA den Druck auf den Iran erhöhten. Siemens Energy erreichte nach einer Prognoseanhebung ein neues Rekordhoch. Rheinmetall sieht bis 2030 ein Auftragspotenzial von bis zu 300 Milliarden Euro. Evotec plant eine Neuausrichtung mit Fokus auf KI und Automation. TSMC steigerte Gewinn und Umsatz deutlich.
