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Anleger bleiben vor Ukraine-Treffen vorsichtig

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Anleger bleiben vor Ukraine-Treffen vorsichtig

Die Anleger haben sich zu Beginn der Woche zurückgehalten und auf Signale aus Washington gewartet. Dort empfängt US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj sowie mehrere europäische Spitzenpolitiker. Das Treffen folgt auf die Begegnung Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Wochenende, die jedoch keine Fortschritte im Ukraine-Konflikt brachte. Entsprechend vorsichtig reagierten die Finanzmärkte, die zunächst mit größeren Hoffnungen in die Gespräche gegangen waren. Friedenssignale blieben aus, und die Investoren verharrten in Zurückhaltung.

Trump erhöhte kurz vor der Begegnung den Druck auf Selenskyj. Mit der Aussage, der ukrainische Präsident könne den Krieg mit Russland „fast sofort beenden, wenn er will“, sorgte er für neue Irritationen. Kritiker warfen dem US-Präsidenten erneut vor, Täter und Opfer im Konflikt zu verwechseln. Während die Debatte in Europa die Märkte spürbar beeinflusste, blieb die Reaktion in den USA verhaltener. Die Wall Street bewegte sich kaum, die großen Indizes eröffneten ohne klare Richtung.

Der DAX schloss letztlich bei 24.318 Punkten und damit 0,18 Prozent schwächer. Er bewegte sich über den Tag hinweg in einer engen Spanne zwischen 24.245 und 24.336 Punkten. Der MDAX legte dagegen leicht zu und beendete den Handel bei 30.993 Punkten. Auch an den Devisenmärkten blieb die Dynamik gering. Der Euro wurde zuletzt bei 1,1671 Dollar gehandelt, die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1673 Dollar fest.

Anleger blicken nun gespannt auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag beginnt. Marktbeobachter erwarten Hinweise von US-Notenbankchef Jerome Powell auf die weitere Zinspolitik. Eine kleine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte im September gilt unter Marktteilnehmern derzeit als wahrscheinlich. Von einem größeren Schritt will Powell nach Einschätzung von Analysten jedoch keine Erwartungen wecken.

Die Berichtssaison der großen DAX-Konzerne ist weitgehend abgeschlossen, was den Märkten zusätzlichen Schwung nimmt. Laut Experten lagen 66 Prozent der Ergebnisse über den Erwartungen, in den USA konnten sogar 81 Prozent der Unternehmen im S&P 500 positiv überraschen. Zu Beginn der Woche stehen nur noch Quartalsberichte einzelner Firmen aus der zweiten Reihe wie Baywa oder CTS Eventim an.

Im DAX zählten Rüstungswerte zu den gefragten Titeln. Rheinmetall gewann rund 2,2 Prozent, auch Hensoldt und Renk legten zu. Bayer stieg nach einer Einigung im US-Rechtsstreit um PCB an die Spitze des Index. Dagegen gerieten die Aktien der Commerzbank nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank deutlich unter Druck und verloren mehr als drei Prozent.

Positive Nachrichten kamen vom Darmstädter Pharmaunternehmen Merck. Der Konzern erhielt die EU-Zulassung für das Krebsmedikament Ogsiveo, das zur Behandlung seltener Desmoidtumore eingesetzt wird. Das Mittel war bereits in den USA verfügbar und stammt von der übernommenen US-Firma SpringWorks.

Unterdessen scheiterte Media for Europe, die Holding der Familie Berlusconi, vorerst am Ziel, die Mehrheit an ProSiebenSat.1 zu übernehmen. Trotz nachgebessertem Angebot hält MFE aktuell rund 43,6 Prozent der Anteile.

In Australien wurde die Fluggesellschaft Qantas zu einer Strafe von 90 Millionen Australischen Dollar verurteilt. Das Gericht ahndete damit illegale Massenkündigungen von rund 1.800 Mitarbeitern während der Corona-Pandemie, deren Arbeitsplätze an externe Dienstleister ausgelagert wurden. Experten bewerteten die Strafe als Rekordurteil.

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