Anleger in Kauflaune
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Die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA hat den DAX weiter angetrieben und zu einem weiteren Rekordhoch geführt. Am Freitag stieg der DAX zeitweise um 0,9 Prozent auf 18.846 Punkte und übertraf damit seinen erst gestern aufgestellten Rekord von 18.699 Zählern. Dieser positive Trend setzte sich auch im weiteren Handelsverlauf fort, und obwohl der Leitindex bis zum Handelsschluss einen Teil der Gewinne abgab, beendete er den Tag dennoch mit einem soliden Plus von 0,46 Prozent bei 18.773 Punkten. Auf Wochensicht verzeichnete der DAX ein bemerkenswertes Plus von 4,28 Prozent, das stärkste Wochenplus seit November letzten Jahres.
Jürgen Molnar, Stratege vom Broker CMC Markets, kommentierte diese Entwicklung und betonte, dass der Markt in dieser Woche um fast 800 Punkte oder vier Prozent gestiegen sei. Dies unterstreiche die These, dass der Mai in diesem Jahr eher als Kauf- als als Verkaufsmonat anzusehen sei. Molnar wies auch auf positive konjunkturelle Signale aus Deutschland, der Eurozone und China hin. Zudem stützten schwache Arbeitsmarktzahlen aus den USA die Erwartungen an geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der Fed.
Experten warnen jedoch vor zu viel Euphorie und mahnen zur Vorsicht. Angesichts der niedrigen Umsätze an Christi Himmelfahrt und dem Brückentag am Freitag könnten selbst geringe Aufträge ausreichen, um den Markt in eine bestimmte Richtung zu lenken. Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners, betonte die Bedeutung eines stabilen Höchststands des DAX bei höherem Handelsvolumen.
Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung des Marktes sind die US-Inflationszahlen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Diese könnten die Richtung der Zinspolitik beeinflussen. Analysten beobachten besonders aufmerksam, ob die US-Inflation im April deutlich angestiegen ist. Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck, hält ein weiterhin spürbares Inflationsniveau von über drei Prozent für problematisch und glaubt nicht an eine baldige Zinssenkung durch die Fed.
Auch die Stimmung der Verbraucher in den USA hat sich überraschend stark eingetrübt, wie aus aktuellen Konjunkturdaten der Uni Michigan hervorgeht. Die Verbraucher erwarten eine höhere Inflation und rechnen mit steigenden Preisen für Waren und Dienstleistungen in den kommenden zwölf Monaten. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins bei der nächsten Sitzung im Juni senken wird, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Die Aussicht auf sinkende Zinsen wirkt sich positiv auf den Goldpreis aus, da das Edelmetall im Gegensatz zu anderen Anlagen keine Zinsen abwirft. Auch der Ölpreis reagierte auf die Entwicklungen am Markt und gab zum Wochenschluss nach. Unternehmen wie Zalando und Siemens Energy verzeichneten Gewinne, während die Allianz ihre Kfz-Versicherungspolitik änderte und Autos nun auch mit gebrauchten Ersatzteilen reparieren lässt.
Außerhalb des Finanzsektors gab es auch andere bedeutende Entwicklungen. Die Aktien von Novavax stiegen nach einem Lizenzvertrag mit Sanofi für ihren Covid-19-Impfstoff stark an. Es gab auch Protestaktionen, wie den Versuch von Aktivisten, das Werksgelände von Tesla in Grünheide zu stürmen. Apple entschuldigte sich für einen umstrittenen Werbeclip, und Unternehmen wie die British-Airways-Muttergesellschaft IAG und der chinesische Elektroautobauer BYD verzeichneten positive Entwicklungen in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen.
