Angriffe auf Flughäfen: Huthi-Rebellen eskalieren Konflikt in Saudi-Arabien
Bei Angriffen auf die Flughäfen Abha und Riad sterben drei Menschen; die Huthis bekennen sich zu den Anschlägen.

Iran-nahe Huthi-Kämpfer im Jemen haben die Verantwortung für zwei Angriffe auf Flughäfen in Saudi-Arabien übernommen. Bei den Anschlägen auf die Flughäfen in den saudi-arabischen Städten Abha und Riad wurden nach Angaben saudischer Beamter am Mittwoch drei Menschen getötet. Es handelt sich um die jüngste Eskalation eines sich ausweitenden Konflikts im Nahen Osten, der die Gefahr birgt, die Öllieferungen aus der Region weiter zu stören.
Die saudischen Beamten konkretisierten zunächst nicht, wer hinter den Anschlägen steckt. Die Huthis übernahmen die Verantwortung für die beiden Angriffe. In den vergangenen Tagen wurden kritische Infrastrukturen in ganz Saudi-Arabien ins Visier genommen, darunter Öl- und militärische Einrichtungen. Die Angriffe fallen in eine Phase, in der von dem Königreich unterstützte Koalitionstruppen im Jemen eine neue Boden- und Luftoffensive gestartet haben, um Schlüsselgebiete von den Huthis zurückzuerobern.
Damit verschärft sich ein Konflikt, der längst über den Jemen hinausreicht und die gesamte Energieversorgung der Region betrifft. Saudi-Arabien ist der weltweit größte Ölexporteur, und jede Störung seiner Exportwege wirkt sich unmittelbar auf die internationalen Rohölmärkte aus.
Die Details
Im Zentrum der jüngsten Angriffe stehen zwei Flughäfen: Abha im Südwesten Saudi-Arabiens und die Hauptstadt Riad. Nach Angaben saudischer Beamter wurden bei den Anschlägen am Mittwoch drei Menschen getötet. Wer die Opfer sind, teilten die Behörden nicht mit. Die Huthis reklamierten die Taten für sich, nachdem die saudische Seite zunächst offengelassen hatte, wem sie die Angriffe zuschreibt.
Bereits in den Tagen zuvor waren nach Angaben aus dem Quelltext kritische Infrastrukturen in ganz Saudi-Arabien angegriffen worden, darunter Öl- und militärische Einrichtungen. Die Serie von Anschlägen trifft damit nicht nur zivile Ziele, sondern auch die für den Export entscheidende Energieinfrastruktur des Königreichs.
Ein weiterer geografischer Brennpunkt ist die Straße von Bab el-Mandeb. Zuvor hatten territoriale Gewinne der Huthis den Rebellen die Kontrolle über Gebiete in der Nähe dieser Meerenge verschafft. Bab el-Mandeb gilt als wichtiger Engpass für die Schifffahrt. Saudi-Arabien hatte diese Route als Alternative genutzt, nachdem Iran die Straße von Hormus effektiv blockiert hatte. Anfang dieser Woche berichteten Medien unter Berufung auf offizielle Stellen der Associated Press, dass Koalitionstruppen mehrere Gebiete in der Nähe von Bab el-Mandeb zurückerobert hätten.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern deuten die Anzeichen darauf hin, dass sich die Einschränkungen der Öllieferungen inzwischen auf den globalen Märkten niederschlagen. Als Ursachen gelten teils die Kämpfe im Nahen Osten und der langandauernde Krieg in der Ukraine. Von Reuters zitierte Branchenvertreter haben gewarnt, dass die Menge an verfügbarem Öl in den Lagerstätten derzeit niedrig ist, was wahrscheinlich weiteren Aufwärtsdruck auf die Preise ausübt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die jüngsten Angriffe sind Teil einer länger andauernden Serie von Störungen, über die aktien.news bereits mehrfach berichtet hat. Bereits am 14.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Ölpreise deutlich gestiegen sind, nachdem eine Welle von Angriffen auf die saudische Energieinfrastruktur das Königreich zur Schließung einer lebenswichtigen Export-Pipeline gezwungen hat. Damals legte der Preis für die Nordseesorte Brent zeitweise um bis zu fünf Prozent auf 109,80 US-Dollar pro Barrel zu, bevor er sich bei knapp unter 109 US-Dollar stabilisierte. Auch die US-Rohölsorte WTI verzeichnete einen Anstieg von 4,4 Prozent auf 104,45 US-Dollar. Hintergrund war ein Drohnenangriff auf die East-West-Pipeline, die sich über 1.200 Kilometer durch Saudi-Arabien erstreckt und mit einer Kapazität von bis zu sieben Millionen Barrel Öl täglich als entscheidende Exportroute dient.
Ebenfalls am 14.09.2026 meldete aktien.news, dass die Ölpreise zu Wochenbeginn stiegen, nachdem neue Angriffe auf Saudi-Arabien und Schiffe im Persischen Golf die Sorgen vor globalen Versorgungsengpässen verschärft hatten. Brent-Rohöl verteuerte sich damals um mehr als drei Prozent auf über 108 US-Dollar pro Barrel, während die WTI-Futures ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichneten. Als zentraler Faktor für die Marktunruhe galt die Schließung der strategisch wichtigen Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen.
Am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Ölpreise zu Wochenbeginn deutlich gestiegen sind und wachsende Spannungen im Nahen Osten die Sorgen um die globale Energieversorgung verschärfen. Auslöser waren laut dem damaligen Bericht neue Angriffe auf die saudi-arabische Infrastruktur sowie eine sinkende Zahl von Schiffspassagen durch die Straße von Hormus. Im Zentrum der Sorgen stand der Ausfall der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline, die durch Angriffe unterbrochen wurde.
Eine Gegenbewegung gab es am 18.09.2026: aktien.news berichtete, dass die Ölpreise fielen, nachdem Berichte über alternative Transportwege für saudisches Rohöl die Sorgen vor einer schwerwiegenden Versorgungsunterbrechung im Nahen Osten gedämpft hatten. Die Brent-Rohölterminkontrakte lagen damals um 0,94 Prozent bei 103,83 US-Dollar pro Barrel, die WTI-Terminkontrakte fielen um 0,88 Prozent auf 101,01 US-Dollar pro Barrel. Neue Angriffe zwischen Saudi-Arabien und den iranisch unterstützten Huthis konnten die Marktstimmung damals nicht nachhaltig belasten.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die wichtigste Botschaft, dass die Ölversorgung aus der Region weiterhin fragil bleibt. Die Kombination aus Angriffen auf Flughäfen und Energieinfrastruktur, die faktische Blockade der Straße von Hormus und die angespannte Lage an der Straße von Bab el-Mandeb erhöht das Risiko erneuter Lieferunterbrechungen. Vor dem Krieg floss durch die Straße von Hormus etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und verflüssigten Erdgases.
Laut von Reuters zitierten Branchenvertretern ist die Menge an verfügbarem Öl in den Lagerstätten derzeit niedrig. Niedrige Lagerbestände können Preisschwankungen verstärken, weil kurzfristige Ausfälle schwerer aufgefangen werden können. Gleichzeitig haben Analysten darauf hingewiesen, dass die höheren Kosten für den Transport von Exporten aus der Region den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise aufrechterhalten könnten.
Dabei gilt es zu bedenken: Energiepreise sind keine Einbahnstraße. Der Bericht vom 18.09.2026 zeigt, dass alternative Transportwege die Preise auch wieder dämpfen können. Für Anleger bedeutet das vor allem erhöhte Volatilität – sowohl bei Rohstoff- als auch bei breiter aufgestellten Depots.
Ausblick
Ob sich die Lage an den Ölmärkten weiter zuspitzt, hängt nach den vorliegenden Informationen von mehreren Faktoren ab. Zentral ist die Frage, ob es Hinweise darauf gibt, dass einige Liefermengen den Nahen Osten erreichen. Jüngste Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus halten jedoch die Möglichkeit längerer Unterbrechungen der Öllieferungen aufrecht.
Ein weiterer zu beobachtender Punkt bleibt die militärische Entwicklung im Jemen. Die neue Boden- und Luftoffensive der von Saudi-Arabien unterstützten Koalitionstruppen gegen die Huthis und die zuletzt zurückeroberten Gebiete nahe Bab el-Mandeb dürften auch künftig Einfluss auf die Schifffahrtsrouten und damit auf die Transportkosten nehmen. Klare Termine oder angekündigte Schritte nennt der Quelltext nicht.
Kurz erklärt
- Huthi: Eine bewaffnete, nach Angaben des Quelltextes Iran-nahe Gruppe im Jemen, die Ziele in Saudi-Arabien angreift und für die jüngsten Flughafenanschläge die Verantwortung übernommen hat.
- Straße von Hormus: Eine Meerenge, durch die vor dem Krieg ein erheblicher Teil des weltweiten Öls und Flüssiggases transportiert wurde und die Iran nach Angaben des Quelltextes faktisch blockiert hat.
- Bab el-Mandeb: Eine Meerenge, die als wichtiger Engpass für die Schifffahrt gilt und in deren Nähe die Huthis zuletzt die Kontrolle über Gebiete erlangt hatten.
