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Anduril investiert 6,6 Milliarden Dollar in US-Navy-U-Boot-Produktion

Das Rüstungsunternehmen Anduril Industries baut eine riesige neue Werft in Maryland und erhält gleichzeitig einen milliardenschweren Regierungsauftrag.

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Anduril investiert 6,6 Milliarden Dollar in US-Navy-U-Boot-Produktion

Das Verteidigungsunternehmen Anduril Industries startet eine massive Investitionsoffensive im Bereich der maritimen Rüstungsproduktion. Das Unternehmen investiert 3,7 Milliarden Dollar in den Bau einer neuen Werft in Baltimore County, Maryland. Ergänzend dazu sicherte sich Anduril einen Regierungsauftrag der US Navy mit einem Volumen von bis zu 2,9 Milliarden Dollar. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich damit auf beachtliche 6,6 Milliarden Dollar.

Die neue Anlage trägt den Namen „Arsenal-2" und umfasst eine Fläche von rund 185.000 Quadratmetern. Sie soll bis Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen und einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für die Region liefern: Das Projekt schafft 3.100 direkte Arbeitsplätze und unterstützt mehr als 11.000 indirekte Stellen. Der Fokus der Produktion in Maryland liegt auf größeren U-Boot-Modulen und Rumpfsektionen.

Parallel dazu betreibt Anduril bereits eine 15.000 Quadratmeter große Anlage in Orange County, Kalifornien, wo kritische Komponenten wie Torpedorohre gefertigt werden. Mit diesen Maßnahmen will das Unternehmen gezielt die Engpässe in der industriellen Basis der USA beheben. Bislang wird dieser Bereich primär von den etablierten Rüstungsriesen General Dynamics Electric Boat und Huntington Ingalls Industries bedient.

Erfolgsabhängiger Regierungsauftrag

Christian Brose, Chief Strategy Officer bei Anduril, erläuterte die Struktur des Regierungsauftrags: Die Regierung zahle für die Ergebnisse der Produktion, wobei das Unternehmen das wesentliche Ausführungsrisiko selbst trage. Dieses erfolgsabhängige Modell ist im Rüstungsbereich ungewöhnlich und unterstreicht den unternehmerischen Ansatz, den Anduril verfolgt. Die Initiative steht im Kontext des breiteren Vorhabens der USA, die Rüstungsproduktion angesichts geopolitischer Spannungen – etwa durch den Ukraine-Krieg und Konflikte im Nahen Osten – massiv auszuweiten.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit wachsenden Einflusses von Technologieunternehmen auf die Verteidigungspolitik in Washington. Nur wenige Tage vor der Bekanntgabe wurde Anduril-Mitgründer Palmer Luckey in die „Project Meridian"-Taskforce des Pentagons berufen. Dieses Gremium, dem auch Elon Musk und Newt Gingrich angehören, soll Strategien für künftige Konflikte entwickeln. Beobachter sehen darin ein Zeichen für die zunehmende Verflechtung von privater Tech-Industrie und staatlicher Rüstungsplanung unter Präsident Donald Trump.

Strategischer Wandel von Drohnen zur maritimen Fertigung

Anduril wurde 2017 von Palmer Luckey gegründet und ist primär für autonome Systeme, Drohnen und Software bekannt. Mit dem „Arsenal-1"-Werk in Ohio, das bereits in diesem Jahr mit der Produktion autonomer Kampfdrohnen begann, und dem nun geplanten Ausbau in Maryland vollzieht das Unternehmen einen strategischen Wandel hin zur konventionellen maritimen Fertigung. Das Unternehmen entwickelt sich damit von einem reinen Technologieanbieter zu einem vollwertigen Rüstungsproduzenten.

Die Expansion wird durch namhafte Investoren unterstützt. Marc Andreessens Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz investiert massiv in den Verteidigungssektor. Partner der Firma wurden zuletzt in das Defense Policy Board des Pentagons berufen – ein weiteres Indiz für die enge Vernetzung zwischen Silicon-Valley-Kapital und US-Verteidigungspolitik, die unter der aktuellen Regierung an Fahrt aufnimmt.

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