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Ancora bietet 1,2 Milliarden Dollar für H. B. Fuller Klebstoffsparte

Der aktivistische Investor Ancora Holdings will die Bauklebstoff-Sparte von H. B. Fuller übernehmen und übt damit öffentlich Druck auf den Vorstand aus.

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Ancora bietet 1,2 Milliarden Dollar für H. B. Fuller Klebstoffsparte

Der aktivistische Investor Ancora Holdings Group hat dem Vorstand von H. B. Fuller Co. ein schriftliches Angebot unterbreitet, die Sparte für Bauklebstoffe des Chemieunternehmens zu erwerben. Laut einem Schreiben vom Mittwoch, über das Bloomberg News berichtete, bietet Ancora zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden US-Dollar in bar für den Geschäftsbereich Building Adhesive Solutions. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Due-Diligence-Prüfung, behördlicher Genehmigungen sowie weiterer Bedingungen.

Ancora-CEO Fredrick DiSanto und James Chadwick, Leiter der Alternatives-Sparte des Unternehmens, hatten den Vorschlag bereits Anfang Juli erstmals dem Vorstandsvorsitzenden und Chairman von H. B. Fuller unterbreitet. Bisher blieb das Schreiben laut Ancora jedoch ohne Antwort. Dies veranlasste die Investmentfirma nun, den Vorschlag öffentlich zu machen und die übrigen Aktionäre zu informieren.

Aktivistischer Druck auf H. B. Fuller

Ancora ist kein unbekannter Akteur im Umfeld von H. B. Fuller. Bereits im Juni hatte die Investmentfirma versucht, die geplante Übernahme des britischen Medizinprodukteherstellers Advanced Medical Solutions Group Plc durch H. B. Fuller zu verhindern. Mit dem aktuellen Angebot für die Klebstoffsparte setzt Ancora seine aktivistische Strategie gegenüber dem Chemieunternehmen konsequent fort.

In ihrem Schreiben argumentieren DiSanto und Chadwick, dass ein Verkauf der Einheit Building Adhesive Solutions H. B. Fuller auf mehreren Ebenen nützen würde. Konkret nennen sie den Abbau von Schulden sowie die Möglichkeit, sich stärker auf die Integration der Advanced Medical Solutions Group zu konzentrieren. Darüber hinaus würde der Verkauf es dem Unternehmen erlauben, aus einem margenschwachen Geschäft in einem fragmentierten Markt auszusteigen.

Als weiteren Anreiz für den Vorstand stellt Ancora in Aussicht, dass ein Abschluss der Transaktion „ein potenziell dauerhaftes Ende des öffentlichen Aktivismus herbeizuführen" könnte. Die Formulierung macht deutlich, dass Ancora bereit ist, seinen Druck auf das Unternehmen zu intensivieren, sollte der Vorstand erneut nicht reagieren.

Scharfe Kritik an der Unternehmensführung

Die Sprache des Schreibens ist ungewöhnlich direkt. „Wir befürchten, dass Ihre kollektive Vorliebe für den Machterhalt erneut Ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt und die besten Interessen der Aktionäre untergräbt", schrieben DiSanto und Chadwick. Weiter heißt es: „Wir sehen uns gezwungen, unsere Mitanleger über dieses jüngste Beispiel Ihres scheinbar irrationalen und eigennützigen Verhaltens zu informieren."

Solche öffentlichen Angriffe auf Vorstände sind ein klassisches Mittel aktivistischer Investoren, um Druck zu erzeugen und andere Aktionäre auf ihre Seite zu ziehen. Ancora signalisiert damit, dass es die Auseinandersetzung mit H. B. Fuller notfalls auch auf der Hauptversammlung oder über weitere öffentliche Kampagnen führen will.

Finanzierung bereits gesichert

Ancora betonte in seinem Schreiben, „äußerst zuversichtlich" zu sein, die Finanzierung für die geplante Transaktion sicherstellen zu können. Das Angebot würde zudem keinen Finanzierungsvorbehalt enthalten – ein Signal, das die Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit des Bieters unterstreichen soll.

Für deutsche Anleger, die H. B. Fuller im Blick haben, ist die Situation bedeutsam: Das Unternehmen steht unter zunehmendem Druck, seine Portfoliostrategie zu überdenken. Ob der Vorstand auf das Ancora-Angebot eingeht oder erneut schweigt, dürfte die weitere Entwicklung der Aktie maßgeblich beeinflussen.

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