Analysten blicken besorgt auf Teslas Q3-Zahlen
Trotz steigendem Umsatz droht niedrigster Gewinn seit zwei Jahren

Tesla steht vor entscheidenden Geschäftszahlen: Analysten antizipieren für das dritte Quartal 2023 den niedrigsten Gewinn pro Aktie seit zwei Jahren. Diese Erwartungen kommen nicht von ungefähr: Es wurde bereits bekannt, dass die Auslieferungen des Automobilgiganten im besagten Quartal hinter den Prognosen zurückblieben. Überraschend ist jedoch, dass sich die Aufmerksamkeit nach der Veröffentlichung der Zahlen wahrscheinlich nicht so sehr auf das dritte Quartal selbst, sondern auf die zukünftigen Prognosen und den Ausblick des Unternehmens konzentrieren wird.
Im Vorfeld hatte Tesla bereits eine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht, wonach das Volumenziel bei rund 1,8 Millionen Elektroautos liegen sollte. Zu Beginn des Jahres hatte CEO Elon Musk sogar ambitionierte Ziele vorgelegt und die Möglichkeit von zwei Millionen Verkäufen in Aussicht gestellt - vorausgesetzt, es gäbe keine größeren Störungen. Dennoch haben sich diese optimistischen Vorhersagen mittlerweile als überholt erwiesen. Laut aktuellen Schätzungen von Analysten wird das Unternehmen wohl knapp über die anvisierte Marke von 1,8 Millionen Auslieferungen hinausgehen.
Betrachtet man die durchschnittlichen Gewinnerwartungen pro Aktie seit Anfang Oktober, so ist ein signifikanter Rückgang zu verzeichnen: Der Gewinn pro Aktie wird auf nur noch 72 Cent geschätzt. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2021, als Tesla einen Gewinn von 62 Cent pro Aktie verzeichnete, hatte das Unternehmen gut 241.000 Elektroautos verkauft - also weniger als die Hälfte der jüngsten Verkaufszahlen. Trotz des gesunkenen Gewinns pro Aktie soll der Gesamtumsatz im letzten Quartal gestiegen sein und sich auf beachtliche 23,9 Milliarden Dollar belaufen.
Während die bevorstehenden Geschäftszahlen mit Spannung erwartet werden, warnen Experten, wie der Fondsmanager Gary Black, davor, dass selbst ein Übertreffen der Erwartungen nicht zwangsläufig zu einem Anstieg der Aktienkurse führen wird. Ein weiterer interessanter Punkt wird die anstehende Telefonkonferenz mit dem neuen Tesla-Finanzchef Vaibhav Taneja sein, der den zurückgetretenen Zachary Kirkhorn nachfolgt.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Gewinnmarge von Tesla vor dem Verkauf von CO2-Guthaben. Laut Black ist diese Marge mindestens genauso wichtig wie der Gesamtgewinn pro Aktie. Anleger und Analysten sind gespannt, ob die durchschnittlich geschätzten 17,7 Prozent in Q3 2023 der niedrigste Wert bleiben oder ob Tesla in der Lage ist, diese Zahl im kommenden Jahr zu übertreffen. Ein letzter Punkt der Erwartungshaltung betrifft die Auslieferungsprognose für 2024. Obwohl die Produktionskapazitäten von Tesla für etwa 2,5 Millionen Fahrzeuge ausreichen würden, gehen Analysten derzeit von rund 2,3 Millionen Auslieferungen aus.
