AMD-Aktie bricht um 9% ein: Quartalsprognose enttäuscht Analysten
Trotz übertroffener Umsatzerwartungen im vierten Quartal reagiert der Markt negativ auf die Guidance.

Die Aktie des US-Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) ist am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 9% eingebrochen. Auslöser war die Umsatzprognose für das erste Quartal 2026, die hinter den Erwartungen einiger Analysten zurückblieb. Dies geschah, obwohl das Unternehmen im vierten Quartal 2025 die Konsensschätzungen deutlich übertroffen hatte.
Für das abgelaufene vierte Quartal meldete AMD einen Umsatz von 10,27 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 9,67 Milliarden Dollar. Dennoch reichte dies nicht aus, um die Anleger zu überzeugen. Das Unternehmen prognostiziert für das laufende erste Quartal einen Umsatz von 9,8 Milliarden Dollar, plus oder minus 300 Millionen Dollar. Diese Guidance liegt zwar über dem Konsens von 9,38 Milliarden Dollar, erfüllte aber nicht die Hoffnungen auf eine aggressivere Prognose angesichts des anhaltenden KI-Booms.
Analysten hatten erwartet, dass AMD inmitten der steigenden Nachfrage nach KI-Prozessoren eine deutlich optimistischere Einschätzung abgeben würde. Der Chiphersteller hatte im vergangenen Jahr von der KI-Euphorie profitiert und einen Kursanstieg von über 100% verzeichnet. Als einer der Hauptkonkurrenten von Nvidia im lukrativen Markt für KI-Beschleuniger stand AMD unter besonderer Beobachtung der Investoren.
Starke Nachfrage im Rechenzentrumsgeschäft
Trotz der enttäuschenden Marktreaktion zeigen sich Branchenexperten optimistisch. Halbleiteranalysten betonen, dass die Nachfrage nach AMD-Chips in Rechenzentren weiterhin robust sei. Das Unternehmen deutete in seiner Präsentation auf zukünftige Multi-Gigawatt-Verträge hin, die das langfristige Wachstum stützen könnten.
Ein wichtiger Meilenstein war die im Oktober 2025 geschlossene Vereinbarung mit OpenAI. Das KI-Startup könnte im Rahmen dieser Partnerschaft eine 10-prozentige Beteiligung an AMD erwerben. OpenAI plant, insgesamt 6 Gigawatt an Instinct-Grafikprozessoren von AMD über mehrere Jahre einzusetzen. Die erste Phase mit 1 Gigawatt an Chips soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen.
Großaufträge sichern mittelfristige Perspektive
Auch der Cloud-Anbieter Oracle hat sich für AMD-Technologie entschieden. Das Unternehmen kündigte im Oktober an, ab diesem Jahr 50.000 KI-Chips von AMD einzusetzen. Diese Großaufträge unterstreichen die wachsende Akzeptanz von AMD als Alternative zu Nvidia im KI-Segment.
Für deutsche Anleger bleibt AMD eine interessante Position im Halbleitersektor. Die aktuelle Kursschwäche könnte eine Einstiegsgelegenheit darstellen, sofern das Unternehmen seine Marktposition im KI-Bereich weiter ausbauen kann. Die langfristigen Verträge mit OpenAI und Oracle sprechen für eine stabile Auftragslage, auch wenn die kurzfristige Guidance die hohen Markterwartungen nicht vollständig erfüllen konnte.
