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Amazon startet Billig-Plattform Haul in Deutschland

Kampfansage an Temu und Shein mit Artikeln unter 20 Euro aus China

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 Amazon startet Billig-Plattform Haul in Deutschland

Amazon hat mit seiner Billig-Plattform Haul den deutschen Markt betreten. Nach dem Start in Großbritannien folgt damit der nächste Schritt in der europäischen Expansion. Ziel ist es, preisbewusste Kundinnen und Kunden mit günstigen Produkten aus den Bereichen Mode, Wohnen und Lifestyle zu erreichen. Die Preisgrenze liegt bei 20 Euro pro Artikel, viele Produkte sollen deutlich günstiger sein. Zum Start steht Haul nur ausgewählten Nutzern zur Verfügung, in den kommenden Wochen soll die Plattform allen Kundinnen und Kunden offenstehen. Rabatte bei höheren Bestellwerten und kostenlose Lieferung ab 25 Euro sollen zusätzlich zum Kauf anregen.

Bereits im November 2023 hatte Amazon Haul in den USA gestartet und zum Black Friday strategisch beworben. Die Resonanz war hoch: Tausende Artikel schafften es in die Bestsellerlisten. Dennoch zeigt eine Umfrage in den USA, dass die Plattform noch nicht breit genutzt wird. Lediglich 16 Prozent der Befragten gaben an, Haul monatlich zu nutzen. Zum Vergleich: Temu und Shein erreichten 28 beziehungsweise 23 Prozent. Damit positioniert sich Amazon gezielt gegen die erfolgreichen chinesischen Konkurrenten, die insbesondere bei jungen Kundinnen und Kunden beliebt sind.

In Deutschland und Europa sind Temu und Shein längst etabliert. Laut einer Umfrage des IFH Köln kannten 2024 bereits 91 Prozent der Deutschen die Plattformen, 43 Prozent nutzten sie. Shein konnte im Vorjahr die Zahl der Bestellungen sogar mehr als verdoppeln. Der Handelsverband Deutschland schätzt, dass 2024 etwa 18 Millionen Menschen monatlich bei Shein einkauften und 16 Millionen bei Temu. Insgesamt wurden täglich rund 400.000 Pakete aus Fernost nach Deutschland versendet.

Kritik an Temu und Shein gibt es dennoch regelmäßig – etwa wegen niedriger Produktqualität, langer Lieferzeiten und mangelndem Vertrauen. Amazon sieht darin einen möglichen Vorteil für Haul, zumal viele Kundinnen und Kunden bereits ein Konto beim US-Konzern besitzen. Auch die Integration in die bestehende Plattform könnte für Nutzerkomfort sorgen. Während Temu und Shein als „inspirationsgetrieben“ gelten, zielt Amazon Haul eher auf gezielte Produktsuche ab. Ob damit dieselbe Zielgruppe erreicht wird, bleibt offen.

Die Expansion chinesischer Plattformen in Europa hängt auch mit Handelskonflikten in den USA zusammen. Dort wurden Zollfreigrenzen abgeschafft, was das Geschäftsmodell erschwert. Die EU erwägt nun ähnliche Maßnahmen – etwa eine Pauschalgebühr oder eine Registrierungspflicht über das IOSS-System. Währenddessen versendet auch Amazon Haul seine Produkte aus China, betont jedoch, dass sämtliche Waren kontrolliert und regelkonform seien.

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