Amazon beendet Talfahrt: 450 Milliarden Dollar Verlust in neun Tagen
Aktie steigt wieder über ein Prozent nach historischer Verlustserie seit Bekanntgabe der KI-Investitionen

Die Amazon-Aktie hat am Dienstag ihre neuntägige Verlustserie beendet und schloss mit einem Plus von über einem Prozent. Zwischen dem 2. Februar und dem vergangenen Freitag hatte das Papier rund 18 Prozent an Wert verloren – die schlimmste Performance seit 2006. Der Börsenwert des Unternehmens schrumpfte in dieser Zeit um mehr als 450 Milliarden Dollar.
Auslöser der massiven Kursverluste war der Quartalsbericht für das vierte Quartal, den Amazon Anfang Februar vorgelegt hatte. Das Unternehmen kündigte darin Investitionsausgaben von 200 Milliarden Dollar für das laufende Jahr an – ein Anstieg von fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Summe liegt mehr als 50 Milliarden Dollar über den Erwartungen der Wall Street.
Der Großteil der geplanten Ausgaben soll in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen. Dazu gehören Rechenzentren, Chips und Netzwerk-Equipment. Investoren zeigen sich zunehmend besorgt über die massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten und deren Auswirkungen auf den freien Cashflow.
Branchenweite Investitionsoffensive
Amazon steht mit seinen hohen Ausgaben nicht allein da. Die Investitionsausgaben von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon könnten in diesem Jahr zusammen 700 Milliarden Dollar erreichen. Die Unternehmen liefern sich ein Wettrennen um die beste KI-Infrastruktur. Während Amazon am Dienstag zulegen konnte, verloren Alphabet und Microsoft mehr als ein Prozent. Beide Unternehmen verzeichneten damit den fünften Handelstag in Folge mit Verlusten.
Management verteidigt Strategie
Amazon-CEO Andy Jassy verteidigte die Ausgabenpläne in einer Analystenkonferenz. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Investitionen "starke Renditen auf das investierte Kapital erzielen" würden. Matt Garman, Chef der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS), betonte in einem CNBC-Interview, die höheren Ausgaben würden es ermöglichen, KI-Chancen im Cloud-Geschäft zu nutzen.
Analysten von Wedbush sehen Amazon nun im "Beweis-Modus". Das Unternehmen müsse den Anlegern zeigen, dass es tatsächlich eine Rendite auf die massiven Investitionen erwirtschaften kann. Andrew Boone von Citizens zeigte sich trotz des Kursrückgangs optimistisch für AWS. Er verwies auf Jassys Ankündigung, die Kapazität der Rechenzentren bis 2027 zu verdoppeln – ein unterschätzter Wachstumstreiber für das Cloud-Geschäft.
