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Alibaba stellt neuen KI-Chip Zhenwu M890 als Nvidia-Alternative vor

Der chinesische Technologiekonzern präsentiert einen leistungsstarken KI-Prozessor und skizziert eine mehrjährige Chip-Roadmap bis 2028.

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Alibaba stellt neuen KI-Chip Zhenwu M890 als Nvidia-Alternative vor

Alibaba hat am Mittwoch auf seinem jährlichen Alibaba Cloud Summit in Peking den neuen KI-Chip Zhenwu M890 vorgestellt. Der von Alibabas Halbleiter-Tochtergesellschaft T-Head entwickelte Prozessor bietet die dreifache Leistung seines Vorgängers, des Zhenwu 810E. Mit dem Schritt verstärkt der chinesische Technologiekonzern seine Bemühungen, angesichts verschärfter US-Exportbeschränkungen heimische Alternativen zu Nvidia-Prozessoren zu entwickeln.

Der M890 wurde speziell für die aufkommende Welle von KI-„Agenten" konzipiert – Softwaresysteme, die komplexe, mehrstufige Aufgaben mit begrenzter menschlicher Aufsicht ausführen können. Alibaba erklärte, der neue Prozessor sei bestens geeignet, um die hohen Speicher- und Kommunikationsanforderungen sogenannter Agent-Workloads zu bewältigen. Dabei müssen Modelle lange Kontextabschnitte beibehalten und in Echtzeit miteinander koordiniert werden.

Roadmap bis 2028: Zwei weitere Chips geplant

Neben dem M890 skizzierte Alibaba eine ambitionierte mehrjährige Chip-Roadmap. Demnach soll im dritten Quartal 2027 ein Nachfolger namens V900 folgen, der laut Alibaba eine weitere, etwa dreifache Leistungssteigerung gegenüber dem M890 bieten soll. Ein weiterer Chip, der J900, ist für das dritte Quartal 2028 geplant. Der kontinuierliche Entwicklungsrhythmus unterstreicht Chinas wachsende Bemühungen, eine eigenständige Halbleiter-Infrastruktur aufzubauen – ähnlich wie Huawei, das im vergangenen Jahr eine vergleichbare Ankündigung gemacht hatte.

Hintergrund ist die verschärfte US-Exportpolitik: Washington untersagt den Verkauf der leistungsstärksten amerikanischen Prozessoren an chinesische Kunden. Dies zwingt chinesische Technologiekonzerne, massiv in die Entwicklung eigener Chips zu investieren, um den wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung im Inland zu decken.

Milliarden-Investition in Cloud und KI-Infrastruktur

Das in Hangzhou ansässige Unternehmen hatte sich im vergangenen Jahr verpflichtet, über einen Zeitraum von drei Jahren mehr als 380 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 53 Milliarden US-Dollar – in die Cloud- und KI-Infrastruktur zu investieren. Es handelt sich dabei um das bisher größte Engagement des Konzerns in diesem Sektor. Die Investition spiegelt eine branchenweite Wette im chinesischen Technologiesektor wider, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung weiter stark ansteigen wird.

Auf dem Cloud Summit präsentierte Alibaba zudem ein neues Serversystem, das Panjiu AL128, das 128 der neuen M890-Beschleuniger in einem einzigen Rack bündelt. Das System ist für chinesische Unternehmenskunden ab sofort über Bailian, die heimische Modellplattform von Alibaba Cloud, verfügbar. T-Head gab an, bisher mehr als 560.000 Zhenwu-Einheiten ausgeliefert zu haben.

Breite Kundenbasis und neues Sprachmodell

Über 400 externe Kunden aus 20 Branchen, darunter Automobilhersteller und Finanzdienstleister, setzen die Chips bereits ein. Die breite Branchenabdeckung zeigt, dass der Bedarf an leistungsfähiger KI-Hardware in China weit über den Technologiesektor hinausgeht.

Alibaba kündigte auf dem Summit außerdem Qwen 3.7-Max an – die neueste Version seines Flaggschiff-Sprachmodells. Das Modell wurde laut Unternehmen für fortgeschrittene Programmierung und langlaufende Agent-Aufgaben optimiert. Besonders bemerkenswert: Alibaba gibt an, dass das Modell bis zu 35 Stunden lang ohne Leistungseinbußen kontinuierlich arbeiten kann – ein wichtiges Merkmal für komplexe, autonome KI-Anwendungen.

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