Aldi schließt Onlineshop Ende September
Fokus auf stationären Handel und steigende Auslandsaktivitäten im Lebensmittelgeschäft

Aldi wird seinen Onlineshop zum 30. September 2025 schließen, nur vier Jahre nach dessen Einführung im Jahr 2021. Der Online-Shop war das einzige Geschäftsfeld, das von Aldi Süd und Aldi Nord im Rahmen eines gemeinsamen Joint Ventures betrieben wurde. Das Unternehmen teilte mit, dass es sich künftig stärker auf seinen Kernbereich, den stationären Handel mit Lebensmitteln, konzentrieren möchte. Im Onlineshop wurden hauptsächlich Nonfood-Produkte angeboten, darunter Heißluftfritteusen, Fahrräder, Computer und Werkzeuge. Nur in begrenztem Umfang gab es Überschneidungen mit den Produkten aus den stationären Filialen, wie etwa Drogerieartikel, Kaffeeprodukte, Tiernahrung und Wein.
Das Online-Geschäft erwies sich jedoch als schwierig und unrentabel. Der Druck durch die starke internationale Konkurrenz und die Notwendigkeit, kontinuierlich hohe Investitionen zu tätigen, führte zu der Entscheidung, das Angebot wieder einzustellen. Aldi muss diese Investitionen aus dem Filialgeschäft in den Bereichen Lebensmittel und Nonfood-Produkte finanzieren. Etwa 80 Mitarbeiter werden von der Schließung betroffen sein und ihre Arbeitsplätze verlieren. Die betroffenen Angestellten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres 2025 ihre Stellen aufgeben müssen.
Aldi ist nicht der erste Discounter, der sein Online-Angebot aufgibt. Schon zu Beginn des Jahres 2022 stellte Penny seinen Onlineshop ein. Andere Wettbewerber wie Lidl und Netto setzen jedoch weiterhin auf das Online-Geschäft. Lidl betreibt seinen digitalen Shop seit 2008, während Netto 2013 nachzog. Das Sortiment der Online-Shops dieser Discounter umfasst überwiegend Nonfood-Produkte, aber auch Weine und Spirituosen sind häufig erhältlich.
Die Konkurrenz im Onlinehandel ist stark, wobei Amazon einen Marktanteil von rund 60 Prozent ausmacht, wie aus dem Online-Monitor des Handelsverbands Deutschland hervorgeht. Aldis Stärke liegt jedoch im stationären Handel. Im Geschäftsjahr 2023 erzielten Aldi Süd und Aldi Nord weltweit einen Umsatz von rund 112 Milliarden Euro, wobei die größten Zuwächse im Ausland verzeichnet wurden. Aldi Süd eröffnete zuletzt zahlreiche neue Standorte in den USA und Großbritannien und kündigte weitere Expansionsschritte an. Kunden können noch bis zum 30. September Bestellungen im Onlineshop aufgeben und werden rechtzeitig über die Schließung informiert. Die Apps und Internetpräsenzen der beiden Discounter werden jedoch weiterhin bestehen bleiben und aktuelle Angebote sowie Rezepte für Lebensmittel beinhalten.
