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Aktionärsschützer bemängeln Häufung von Hauptversammlungen

Zufall oder Schutz vor kritischen Aktionären?

2 Min
Aktionärsschützer bemängeln Häufung von Hauptversammlungen

Mehr als 20 Unternehmen aus der DAX-Familie haben ihre Aktionärinnen und Aktionäre für denselben Tag zur Hauptversammlung eingeladen. Aktionärsschützer kritisieren diese Konzentration und vermuten dahinter Kalkül. Durch diese Taktik könnten kritische Aktionäre von den Veranstaltungen abgehalten werden.

Unternehmen wie die Deutsche Bank, Energieversorger E.ON oder Immobilienkonzern Vonovia gehören zu den Konzernen, die am Mittwoch ihre Hauptversammlungen abhalten. Für Aktionärsvereinigungen wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bedeutet dies, dass sie ihre Ressourcen aufteilen müssen. Ist die Häufung von Hauptversammlungen ein Zufall oder steckt dahinter eine bewusste Strategie?

Klaus Nieding, Anlegeranwalt der DSW, äußert sich dazu: "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Das kann aber kein Zufall sein und ist aus meiner Sicht auch ein Stück weit Flucht vor den Aktionären."

Die Kritik richtet sich darauf, dass bei geringer Teilnahme von Aktionären auch weniger Gegenwind zu erwarten ist. Die betroffenen börsennotierten Unternehmen sehen das natürlich anders. Bei Vonovia beispielsweise steht der Termin der Hauptversammlung bereits seit rund fünf Jahren fest, wie auf Nachfrage der ARD Finanzredaktion mitgeteilt wurde. Telefonica Deutschland und der Diagnostikspezialist Stratec verweisen zudem auf das kurze Zeitfenster nach dem Jahresabschluss.

Christina E. Bannier, Professorin für Banking und Finance an der Universität Gießen, erklärt: "Die Termine ballen sich hier, sodass viele Unternehmen automatisch in den Zeitraum April, Mai und möglicherweise auch noch Juni für ihre Hauptversammlungen fallen." Sie könnten die Termine auch etwas nach hinten verschieben, aber die meisten Unternehmen möchten ihre Hauptversammlungen möglichst aktuell halten.

Früher mussten Unternehmen Messehallen für die Hauptversammlungen buchen, doch heutzutage laden viele Konzerne ihre Aktionäre zu virtuellen Versammlungen ein. Diese Entwicklung stößt bei Anlegerschützern jedoch auf Kritik. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Formaten, so Christian W. Röhl, Investor und selbst Stimmrechtsvertreter für Anleger. "Einige Unternehmen setzen immer noch darauf, dass Fragen drei Tage im Voraus eingereicht werden müssen, wie es beispielsweise bei der Deutschen Bank der Fall ist. Das ist für mich immer noch inakzeptabel. Andere Unternehmen zeigen, dass dieses Format durchaus lebendig sein kann, indem sie Live-Fragen und -Nachfragen ermöglichen - fast wie bei einer Präsenzhauptversammlung."

AktienAktionäre

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