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Aktionäre kritisieren VW-Führung und Aufsichtsrat

Virtuelle Hauptversammlung, Doppelrolle Blume und Kursverluste sorgen für Unmut

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 Aktionäre kritisieren VW-Führung und Aufsichtsrat

Auf der Hauptversammlung des Volkswagen-Konzerns äußerten Aktionäre deutliche Kritik an der Unternehmensführung und forderten grundlegende Reformen. Im Mittelpunkt der Debatte stand Konzernchef Oliver Blume, der zugleich auch Vorstandsvorsitzender der Porsche AG ist. Diese Doppelrolle wurde von mehreren Investoren als nicht tragbar bezeichnet. Vertreter von Fondsgesellschaften wie Union Investment und DWS warfen Blume vor, nur ein „Teilzeit-CEO“ zu sein, dem die Herausforderungen über den Kopf wüchsen. Zudem bestehe ein dauerhafter Interessenkonflikt, der sich nachteilig auf die Unternehmensführung auswirke.

Auch die Zusammensetzung und Unabhängigkeit des Aufsichtsrats geriet in den Fokus. Kritisiert wurde insbesondere die Rolle von Hans Dieter Pötsch, der als Vertreter eines Großaktionärs zugleich Vorsitzender des Kontrollgremiums ist. Es bestehe der Eindruck, dass bei Volkswagen Machtinteressen dominierten und die Kontrolle nicht effektiv ausgeübt werde. Vertreter der Eigentümerfamilien wie Wolfgang Porsche und Hans Michel Piech wurden in diesem Zusammenhang als Beispiel für fehlende externe Kontrolle genannt.

Trotz der Kritik verteidigte Blume seine Doppelrolle und bezeichnete sie als Erfolgsmodell. Zugleich wies er darauf hin, dass diese Konstellation nicht dauerhaft angelegt sei. Ob und wann ein Wechsel erfolgt, liege in der Entscheidung des Aufsichtsrats. Spekulationen über eine mögliche Nachfolgeregelung bei Porsche wurden nicht bestätigt, jedoch auch nicht dementiert. Blume steht seit knapp drei Jahren an der Spitze beider Konzerne und ist damit der einzige Manager, der gleichzeitig zwei DAX-Unternehmen führt.

Die Aktionäre kritisierten auch das virtuelle Format der Hauptversammlung. Mehrere Redner warfen dem Konzern vor, sich damit der direkten Auseinandersetzung zu entziehen. Anträge auf eine Rückkehr zur Präsenzform stießen jedoch angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse auf geringe Erfolgsaussichten. Rund 90 Prozent der Stimmrechte liegen bei den Hauptaktionären; Kleinanleger haben kein Stimmrecht.

In wirtschaftlicher Hinsicht steht Volkswagen unter Druck. Die Aktie hat sich über Jahre hinweg schwächer als der Gesamtmarkt entwickelt. Der Gewinn des Konzerns war zuletzt eingebrochen, und über 40.000 Stellen sollen im Zuge von Sparprogrammen gestrichen werden. Zusätzliche Unsicherheit bringt die US-Zollpolitik. Der Konzern kündigte an, Maßnahmen für den nordamerikanischen Markt zu prüfen und bestimmte Diversitätsziele dort auszusetzen.

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