Aktienmärkte steigen vor Trumps Amtsantritt
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Die US-Börsen haben die Handelswoche mit deutlichen Gewinnen abgeschlossen. Anleger setzen auf die wirtschaftspolitische Agenda von Donald Trump, der am Montag als 47. Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus zurückkehren wird. Erwartet wird eine unternehmensfreundliche Politik mit niedrigeren Steuern und weniger Regulierung, jedoch möglicherweise auch neue Handelskonflikte. Inflationsängste rückten vorübergehend in den Hintergrund, und bessere als erwartete Erträge der Großbanken sorgten zusätzlich für Optimismus an den Märkten.
Der Dow-Jones-Index stieg um 0,78 Prozent auf 43.487 Punkte, während der S&P 500 um ein Prozent auf 5.996 Punkte zulegte. Besonders stark zeigte sich die Technologiebörse Nasdaq: Der Composite-Index kletterte um 1,5 Prozent auf 19.627 Punkte und markierte mit 19.709 Punkten im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch. Auch der Auswahlindex Nasdaq 100 legte 1,66 Prozent zu. Damit verbuchten die wichtigsten US-Indizes eine erfolgreiche Woche mit Gewinnen von bis zu vier Prozent. Daten von LSEG zufolge gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Zentralbank die Zinssätze bei ihrer Sitzung Ende Januar beibehält, jedoch im Juli mit einer Zinssenkung beginnt.
Die positive Anlegerstimmung zeigte sich auch an den europäischen Märkten. Der DAX verzeichnete den dritten Rekordtag in Folge und erreichte im Tageshoch 20.924 Punkte. Am Ende des Handelstags lag der Index mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 20.903 Punkten. Seit Beginn der Woche konnte der Leitindex rund 900 Punkte zulegen, seit Jahresbeginn fast fünf Prozent. Auch der MDAX, der im vergangenen Jahr hinter dem DAX zurückgeblieben war, stieg um 1,27 Prozent auf 25.834 Punkte. Ökonomen führen die Entwicklung auf eine robuste Weltkonjunktur zurück, von der viele deutsche Unternehmen profitieren.
Zusätzliche Impulse kamen aus China, wo das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal überraschend um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegte. Dies trieb das Wachstum für das Gesamtjahr 2024 auf fünf Prozent. Marktbeobachter äußerten sich zurückhaltend zu den Zahlen, dennoch könnten sie ein Hinweis darauf sein, dass sich die chinesische Wirtschaft stabilisiert.
Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die US-Wirtschaft ein Wachstum von 2,7 Prozent im Jahr 2025, 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher angenommen. Dagegen wird für Deutschland nach zwei Rezessionsjahren nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Belastend wirken hier die schwache Industrieproduktion und hohe Energiepreise.
Die US-Industrieproduktion entwickelte sich im Dezember besser als erwartet. Sie stieg um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen nur mit 0,3 Prozent gerechnet hatten. Zudem wurden die Produktionsdaten für November nach oben korrigiert. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie erhöhte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 77,6 Prozent.
Am Devisenmarkt konnte sich der Euro nicht nachhaltig über der Marke von 1,03 Dollar halten. Nach kurzzeitigem Anstieg auf 1,0331 Dollar wurde zuletzt ein Kurs von 1,0271 Dollar verzeichnet. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0298 Dollar fest.
Die Ölpreise gaben am Abend leicht nach. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl fiel um 0,66 Prozent auf 80,78 Dollar, WTI notierte bei 77,44 Dollar. Marktanalysten verwiesen auf eine Waffenruhe im Nahost-Konflikt als möglichen dämpfenden Faktor für die Ölpreise. Zugleich bleiben neue Sanktionen der USA gegen Russlands Energiewirtschaft im Fokus, die das Angebot an Rohöl verringern könnten.
An der Frankfurter Börse zählten Siemens-Aktien mit einem Kurs von über 200 Euro erstmals zu den größten Gewinnern. Auch Heidelberg Materials legte weiter zu. Daimler Truck und Traton profitierten von Investitionsplänen der US-Spedition JB Hunt. Hingegen standen defensive Werte wie Sartorius und Merck nicht im Fokus der Anleger.
Im SDAX sorgte Suss MicroTec mit einem Kurssprung von über 20 Prozent für Aufsehen. Das Unternehmen hatte mit seinen Geschäftszahlen für 2024 die Erwartungen übertroffen. Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden offenbar überrascht.
Die Lufthansa Group meldete den Abschluss der Übernahme von 41 Prozent der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways. Der Kauf erfolgte über eine Kapitalerhöhung von 325 Millionen Euro. Optionen für eine vollständige Übernahme könnten bereits in diesem Jahr ausgeübt werden. Neuer CEO von ITA wird Jörg Eberhart, ehemaliger Strategiechef der Lufthansa.
Der schwedische Elektroauto-Hersteller Polestar plant erstmals eine Produktion in Europa. Das Modell Polestar 7 soll auf dem Heimatkontinent gefertigt werden, um Transportkosten zu senken und sich gegen Zölle abzusichern.
