Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank stürzen ab
Nächste Credit Suisse? Sorgenfalten bei Anlegern und Händlern

Die Europäischen Bankaktien verlieren massiv an Wert und die Deutsche Bank sowie die Commerzbank sind besonders betroffen. Besonders auffällig ist der Preisanstieg von Absicherungen gegen Zahlungsausfälle, die die Nervosität unter den Bankanlegern weiter erhöht. Die Aktien der Deutschen Bank sind seit dem Beginn der Bankenkrise um 30 Prozent gefallen, was einem Verlust von sieben Milliarden Euro an Börsenwert entspricht. Laut Händlern hat vor allem der rapide Anstieg der Preise für Absicherungen gegen Zahlungsausfälle bei Anleihen von Banken für Unruhe gesorgt.
Credit Default Swaps (CDS) werden für die Absicherung eines 10 Millionen Euro schweren Pakets von Deutsche-Bank-Anleihen derzeit für mehr als 200.000 Euro gehandelt, statt 142.000 Euro wie noch am Mittwoch. Trotz der Sorgen der Investoren halten Finanzexperten die Deutsche Bank für widerstandsfähig. Sie betonen das robuste Eigenkapital und die Liquiditätspositionen der Bank und schreiben: "Um es klar zu sagen: Deutsche Bank ist nicht die nächste Credit Suisse."
Auch die Commerzbank-Aktien sind von der Vertrauenskrise betroffen und sind um rund vier Milliarden Euro auf 10,8 Milliarden Euro gefallen. Die Kurse von eigenkapitalähnlichen Anleihen (AT1) der Deutschen Bank gaben ebenfalls nach, was die Rendite auf 24 Prozent ansteigen ließ, doppelt so hoch wie noch vor zwei Wochen. Eigenkapitalähnliche Anleihen von Banken sind seit der Credit Suisse gezwungen war, AT1-Schulden im Wert von 16 Milliarden Schweizer Franken im Rahmen der Übernahme durch die UBS auf Null abzuschreiben, unter Druck geraten.
Trotz der Turbulenzen hat die Deutsche Bank angekündigt, am 24. Mai nachrangige Anleihen mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar vor ihrer Fälligkeit 2028 zu tilgen. Das Institut wird diese so genannten Tier 2 Anleihen zu 100 Prozent ihres Nennwerts mit den bis zum Einlösungsdatum aufgelaufenen Zinsen zurückzahlen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Maßnahmen der Banken ausreichen werden, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und die Verluste der letzten Wochen auszugleichen.
