Aktien der Woche: AMD, Intel und Nvidia glänzen an der Wall Street
Chip-Aktien dominieren die Woche mit massiven Kursgewinnen, während Ölwerte unter Druck geraten.

Die Wall Street hat am Freitag neue Rekordhöhen erreicht und sich damit von den Verlusten der vorangegangenen Sitzung erholt. Treiber waren ein starker Kurssprung bei Chip-Aktien sowie ein besser als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht für April. Anleger beobachteten dabei auch die geopolitischen Entwicklungen in der Straße von Hormus und im Nahen Osten aufmerksam.
Für mehrere Schwergewichte aus dem Technologiesektor war es eine außergewöhnlich starke Woche. Besonders Halbleiter- und Speicherchip-Unternehmen stachen mit teils zweistelligen Wochengewinnen hervor. Hier sind die wichtigsten Aktien der Woche im Überblick.
AMD und Intel: Chip-Riesen auf Rekordjagd
AMD legte am Dienstag seine Ergebnisse für das erste Quartal vor und übertraf dabei die Konsenserwartungen deutlich. Die Aktie stieg in der vergangenen Woche um mehr als 26 Prozent und legte am Freitag allein um weitere 9,1 Prozent zu, womit neue Höchststände erreicht wurden. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon kommentierte: „Wir waren immer wieder überrascht, nicht nur von der Stärke des Geschäfts von AMD, sondern auch von der Stärke der Aktie. Abgesehen davon verdienen das Unternehmen und seine fundamentale Geschichte, die zunehmend real erscheint, Anerkennung, während viele Aktien in letzter Zeit rein stimmungsgetrieben gestiegen sind."
Intel übertraf AMD in dieser Woche sogar noch: Die Aktie legte um beeindruckende 36,3 Prozent zu und stieg am Freitag bis 13:40 Uhr ET auf über 126 US-Dollar. Auslöser der Rallye waren Berichte über eine vorläufige Vereinbarung mit Apple über die Fertigung von Chips für Apple-Geräte – ein potenziell wegweisender Deal für den angeschlagenen Chip-Hersteller.
Speicherchips und Nvidia: Neue Allzeithochs
Auch Speicherchip-Aktien setzten ihren Höhenflug fort. Micron Technology stieg in der vergangenen Woche um 44 Prozent, während SanDisk um 42,4 Prozent zulegte. Beide Unternehmen erreichten am Freitag erneut neue Höchststände. SanDisk hatte zudem in der Vorwoche Quartalsergebnisse vorgelegt, die sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertrafen.
Nvidia, das nach Monaten glanzloser Performance wieder Fahrt aufnahm, erreichte ebenfalls neue Allzeithochs. Die Aktie stieg in der vergangenen Woche um rund 7 Prozent auf etwa 215,25 US-Dollar. Goldman Sachs bekräftigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 250 US-Dollar. Analyst James Schneider schrieb: „Obwohl die Aktie hinter den Mitbewerbern zurückgeblieben ist und nun mit einem deutlichen Abschlag im Vergleich zur Historie gehandelt wird, glauben wir, dass das Multiple der Aktie neu bewertet werden kann, wenn wir Anzeichen sehen für sich verbessernde Rentabilitätskennzahlen bei Hyperscalern, die Verbreitung von agentischer KI sowie mehr Transparenz bei Implementierungen bei nicht-traditionellen Kunden."
IREN und Qualcomm profitieren von KI-Fantasie
IREN sprang in der Woche um 31,4 Prozent nach oben. Grund war die Ankündigung einer strategischen Partnerschaft mit Nvidia zur Bereitstellung von bis zu 5 Gigawatt KI-Infrastruktur über die globale Rechenzentrums-Pipeline von IREN. Die Partnerschaft umfasst Pläne zur Implementierung von KI-Infrastruktur und beschleunigten Rechensystemen in KI-Fabriken, die sowohl Start-up- als auch Unternehmenskunden bedienen sollen.
Qualcomm erreichte am Freitag den höchsten Stand seit Juni 2024. Mehrere Faktoren trieben den Kurs: der allgemeine KI-Momentum-Trade, die Zusammenarbeit mit OpenAI und MediaTek bei der Entwicklung von Smartphone-Prozessoren, eine Hochstufung durch Analysten von Daiwa sowie die Einladung von US-Präsident Trump an Qualcomm-Führungskräfte, ihn auf seiner China-Reise zu begleiten.
Ölaktien unter Druck
Während Technologiewerte glänzten, gerieten Ölaktien deutlich unter Druck. Berichte über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ließen die Rohölpreise sinken. Die Folge: Exxon Mobil und Chevron verloren jeweils 5,2 Prozent, ConocoPhillips büßte 8,5 Prozent ein, Devon Energy fiel um 10,7 Prozent und Occidental Petroleum verzeichnete mit minus 10,9 Prozent den stärksten Rückgang unter den großen Ölwerten. Neue Zusammenstöße in der Straße von Hormus sorgten zwar zwischenzeitlich für Nervosität, konnten den Abwärtstrend bei den Ölaktien jedoch nicht stoppen.
