Airbus streicht 2500 Stellen in Raumfahrt und Verteidigung
Kostensteigerungen und Projektverzögerungen zwingen Europas Konzern zu drastischen Maßnahmen bis 2026

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus plant, in seiner Verteidigungs- und Raumfahrtabteilung bis zu 2500 Stellen abzubauen. Diese Entscheidung betrifft etwa sieben Prozent der Belegschaft in diesem Bereich und soll bis zum Jahr 2026 umgesetzt werden. Laut einer Mitteilung des Unternehmens ist diese Maßnahme eine Reaktion auf steigende Kosten und Verzögerungen bei Projekten in der Raumfahrt und Verteidigung, insbesondere im Zusammenhang mit Programmen wie OneSat. Ziel des Stellenabbaus ist es, die betroffenen Geschäftsbereiche schlanker und wettbewerbsfähiger zu machen.
Der Leiter der entsprechenden Sparte bei Airbus, Michael Schöllhorn, erklärte, dass das Unternehmen schneller, schlanker und wettbewerbsfähiger werden müsse, um den Herausforderungen in diesen Bereichen zu begegnen. Die Entscheidung folgt einer längeren Effizienzüberprüfung, die unter dem Codenamen ATOM lief. Diese Analyse soll herausgefunden haben, dass die derzeitige Kostenstruktur und Projektverzögerungen langfristig nicht tragbar sind.
Im Gegensatz dazu bleibt der Flugzeugbau-Bereich von Airbus von diesen Kürzungen unberührt. Tatsächlich baut das Unternehmen in diesem Segment derzeit eher Stellen auf, als sie abzubauen. Die Flugzeugproduktion von Airbus verzeichnet eine stabilere Entwicklung, weshalb hier keine Stellenstreichungen notwendig sind.
Im Vergleich dazu hatte der Airbus-Konkurrent Boeing in der Vorwoche angekündigt, dass im eigenen Unternehmen bis zu 17.000 Stellen gestrichen werden sollen, was etwa zehn Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht. Boeing erklärte, dass dieser drastische Schritt erforderlich sei, um die Personalsituation an die „finanziellen Realitäten“ anzupassen.
Die Stellenstreichungen bei Airbus verdeutlichen, dass der Konzern die strukturellen Herausforderungen in der Verteidigungs- und Raumfahrtsparte sehr ernst nimmt. Die steigenden Kosten und die Verzögerungen bei wichtigen Projekten setzen das Unternehmen unter Druck, sich strategisch neu aufzustellen. Obwohl der Flugzeugbau stabil bleibt, zeigt die Entwicklung im Verteidigungs- und Raumfahrtsektor, wie komplex und kostenintensiv diese Geschäftsbereiche sein können.
