Airbus hat Interesse an Spirit-Werken
Implikationen für Flugzeugproduktion und Mitarbeiterperspektiven in der Luftfahrtbranche

Der Flugzeughersteller Airbus zeigt Interesse an zwei Werken des US-amerikanischen Zulieferers Spirit AeroSystems, falls eine Übernahme durch Boeing stattfindet. Dies bestätigte Airbus-Chef Guillaume Faury gegenüber Reuters. Die beiden betreffenden Werke befinden sich in Kinston, USA, und Belfast, Nordirland, und beschäftigen insgesamt etwa 4000 Mitarbeiter. Diese Fabriken spielen eine wichtige Rolle in der Produktion von Teilen für Airbus, darunter Flügel- und Rumpfkomponenten.
Faury betonte, dass Airbus eine potenzielle Übernahme der Werke in Betracht zieht, da sie zu den wenigen Unternehmen gehören, die als gute Eigentümer für diese Standorte infrage kommen könnten. Es sei jedoch wichtig anzumerken, dass dies nur eine von mehreren Möglichkeiten sei und nicht zwangsläufig eintreten müsse.
Die Entscheidung von Boeing, Spirit AeroSystems zurückzukaufen, kam Anfang März überraschend. Dies erfolgte nach einem Vorfall Anfang Januar, als während eines Fluges von Alaska Airlines ein Teil der Kabinenwand einer Boeing 737 MAX-9 herausfiel. Spirit liefert Teile für diese Flugzeuge, und die Rückkehr von Spirit zu Boeing war eine Reaktion auf diesen Zwischenfall.
Die beiden genannten Werke von Spirit sind für Airbus von besonderem Interesse, da sie wesentliche Komponenten für verschiedene Flugzeugmodelle produzieren. Das Werk in Kinston fertigt beispielsweise Rumpfteile für den Airbus A350 und einen Kohlefaser-Holm für die Flügel. In Belfast werden die Flügel für den Airbus A220 hergestellt.
Es wird berichtet, dass diese Werke finanzielle Verluste verzeichnen. Daher ist unklar, wie viel Airbus bereit wäre, für ihre Übernahme zu zahlen. Faury wies jedoch darauf hin, dass Airbus ein Mitspracherecht habe, wenn es um einen Eigentümerwechsel bei Spirit gehe. Dieser Umstand, zusammen mit den geltenden Kartellgesetzen, würde Airbus die Möglichkeit geben, am Diskurs teilzunehmen.
Faury äußerte auch, dass die Ankündigung von Boeing sie überrascht habe. Dennoch sei Airbus bereit, angemessen zu reagieren und weitere Informationen über die Absichten von Boeing zu erhalten. Bisher hat Boeing keine Stellungnahme zu den Äußerungen von Airbus abgegeben.
